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		<title>respect.de</title>
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		<description>100% deine Community</description>
		<language>de</language>		<copyright>(creative commons) Aktion Mensch, 2012</copyright>						<pubDate>Thu, 17 May 2012 08:00:00 GMT</pubDate>		<lastBuildDate>Thu, 17 May 2012 08:00:01 GMT</lastBuildDate>				<docs>http://backend.userland.com/rss</docs>
						<item>
			<title>17.05.2012: respect Podcast #81: Gegen Homophobie</title>
			<description>Der Internationalen Tag gegen Homophobie ging von Louis-George Tin aus, der heute der französischen Sektion der International Lesbian and Gay Association vorsteht. Auch wenn in einigen muslimischen Ländern Homosexualität noch immer unter Strafe steht, ist sie in Mitteleuropa längst akzeptiert. Junge Menschen finden es richtig gut, dass jeder lieben darf, wen er oder sie will.

 Foto: www.dieprojektoren.de pixelio.de; Musik: Freeplaymusic.com; Mit Material aus: Youtube</description>
			<content:encoded><![CDATA[
				<p>Der Internationalen Tag gegen Homophobie ging von Louis-George Tin aus, der heute der französischen Sektion der International Lesbian and Gay Association vorsteht. Auch wenn in einigen muslimischen Ländern Homosexualität noch immer unter Strafe steht, ist sie in Mitteleuropa längst akzeptiert. Junge Menschen finden es richtig gut, dass jeder lieben darf, wen er oder sie will.</p><p><img src="http://www.respect.de/img/pool/416x/k-homo_die_projektoren.jpg" align="left" style="margin: 0 10px 5px 0;" alt="Homosexuelle auf einer Parade" border="0" /></p><p><em> Foto: www.dieprojektoren.de <a href="http://pixelio.de">pixelio.de</a>; Musik: Freeplaymusic.com; Mit Material aus: Youtube</em></p>
			]]></content:encoded>			<link>http://www.respect.de/projektblog/eintrag.php?eid=649</link>			<author>Felix</author>						<comments>http://www.respect.de/projektblog/eintrag.php?eid=649</comments>			<guid>http://www.respect.de/projektblog/eintrag.php?eid=649</guid>			<pubDate>Thu, 17 May 2012 08:00:00 GMT</pubDate>			<itunes:author>Felix</itunes:author>									<enclosure url="http://www.respect.de/projektblog/podcast/Homosex.mp3" length="3360894" type="audio/mpeg"/>			<itunes:duration>3:30</itunes:duration>		</item>
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			<title>16.05.2012: Wenn der Kafka online geht</title>
			<description>Volkslesen.tv bringt unterschiedliche Menschen vor die Kamera und lässt sie vorlesen – was und wie sie wollen – und gibt damit ein Abbild der Gesellschaft.

Bücher hören ist nicht neu. Bücher hören und den Vorleser per Video sehen, gibt es auch schon. Aber dass jeder, also ein Imker, ein Kriminalkommissar oder ein Schüler sein eigenes Buch einem potentiell weltweiten Publikum vorliest, ist doch etwas besonderes. Volkslesen.tv ist keine richtige Biblio-, Video- oder Audiothek – und doch von allem ein bisschen. Und: es ist ein Abbild von Menschen und ihren Büchern. Die Vorleser wählen nicht irgendein Buch, sondern oftmals eines ihrer Lieblingsbücher. Deshalb und, "weil sie immer nur eine Szene des Buches lesen, zeigt das viel über die Situation und den Charakter einer lesenden Person aus", sagt Martin Scharfe, der das Projekt im Jahr 2008 ins Leben gerufen hat.

Fast 500 Personen hat Scharfe mittlerweile vor die Kamera geholt. Jede Woche kommen vier neue hinzu. Scharfe ist auf der Suche dem Allgemeinen und dennoch Besonderen: Zwar ist jeder irgendwie vetreten, das Volk, aber doch nicht jeder kann sich beliebig zeigen. Denn volkslesen.tv hat ein kreatives Konzept: Die Vorleser erfüllen immer eine bestimmte Eigenschaft.

Politiker oder Obdachlose – vorlesen kann jeder

Die junge Modedesignerin klebt fast mit dem Gesicht am Buch und stottert ein wenig Kafka vor, wenn ein Häftling, der Ähnlichkeit mit dem Gandalf aus dem Herren der Ringe Sven Regener liest, ist das schon fast komisch und wenn der Barista Hermann Hesse und die Szene einer ersten Verliebtheit vorträgt, stören die lauten Barbesucher irgendwann nicht mehr. Migranten, Geoforscher, Models, Imker, Grafiker, Streicher oder Segler – verschiedenste Gruppen sitzen auf Scharfes Lesecouch. "Die größten Extreme, die ich hatte, sind wohl Bundestagsabgeordnete und Obdachlose", sagt Scharfe. Er holt sie vor die Kamera, denn jeder kann mit dem Lesen etwas verbinden. Und zugleich ist volkslesen.tv ein Abbild der Gesellschaft des Hier und Jetzt. "In 20 Jahren werden sich die Menschen ein Bild machen können, was sie zum Zeitpunkt der Leseaufzeichnung für wichtig hielten, welche Bücher sie da gelesen haben, wie sie aussahen, wie sie sprachen." Deshalb ist volkslesen.tv nicht nur ein literarisches, sondern auch gesellschaftliches Projekt.

Während bei professionellen Hörbüchern Schauspieler und bekannte Synchronsprecher vertonen, überrascht volkslesen.tv mit den stimmlichen Eigenarten und auch Unischerheiten der Leser. Diese Natürlichkeit bringt dem Zuschauer Buch und Mensch näher. Auf der Webseite können sich Interessierte melden, Scharfe versucht dann Gemeinsamkeiten und Leser-Gruppen zu finden.

Hundert Jahre Leben

Als Elfride Brüning 98 Jahre alt war, saß sie für volkslesen.tv vor der Kamera, mittlerweile ist sie 100 Jahre alt geworden und damit älteste Teilnehmerin. Josefa Schmidt, die Jüngste, gehörte zur Kleingärtner lesen – Reihe. Sie war 6 ½ Jahre und weil sie noch nicht lesen konnte, hat sie gesungen. Sehen zu können, ist bei volkslesen.tv keine Voraussetzung – alle 500 verschiedenen Vorleser hört man ja auch ohne Bild. Sogar ein Comic von Walt Disney steht zur Auswahl, vorgelesen von einem zehnjährigen Jungen aus der Reihe Migranten.

Martin Scharfe steckt so viel Zeit in das Projekt, dass es für andere Dinge in der Woche knapp wird. "Aber die Literatur und die Menschen sind etwas Faszinierendes, das gibt mir einiges zurück." Scharfe selbst war als Kind eine Leseratte, erzählt er.

Jetzt träumt er von mehr: "Am schönsten wäre es, wenn es volkslesen.tv auf Isländisch, Russisch oder Suaheli geben würde." Letzter Wunsch ging in Erfüllung. Zur Buchmesse las jemand auf Suaheli vor. "Aber erst einmal habe ich das Ziel, das landesweite Spektrum zu vergrößern, mal Ost und West, den Süden und den Norden Deutschlands zu Wort kommen zu lassen."

Von Julia Jaroschewski
Bilder: Screenshots von volkslesen.tv</description>
			<content:encoded><![CDATA[
				<p>Volkslesen.tv bringt unterschiedliche Menschen vor die Kamera und lässt sie vorlesen – was und wie sie wollen – und gibt damit ein Abbild der Gesellschaft.</p><p><img src="http://www.respect.de/img/pool/416x/projektblog/film_medien/volkslesen_klein.jpg" align="left" style="margin: 0 10px 5px 0;" alt="Jede Woche stellt volkslesen.tv vier neue Menschen vor." border="0" /></p><p>Bücher hören ist nicht neu. Bücher hören und den Vorleser per Video sehen, gibt es auch schon. Aber dass jeder, also ein Imker, ein Kriminalkommissar oder ein Schüler sein eigenes Buch einem potentiell weltweiten Publikum vorliest, ist doch etwas besonderes. <a href="http://volkslesen.tv/vl/">Volkslesen.tv</a> ist keine richtige Biblio-, Video- oder Audiothek – und doch von allem ein bisschen. Und: es ist ein Abbild von Menschen und ihren Büchern. Die Vorleser wählen nicht irgendein Buch, sondern oftmals eines ihrer Lieblingsbücher. Deshalb und, "weil sie immer nur eine Szene des Buches lesen, zeigt das viel über die Situation und den Charakter einer lesenden Person aus", sagt Martin Scharfe, der das Projekt im Jahr 2008 ins Leben gerufen hat.</p>
<p>Fast 500 Personen hat Scharfe mittlerweile vor die Kamera geholt. Jede Woche kommen vier neue hinzu. Scharfe ist auf der Suche dem Allgemeinen und dennoch Besonderen: Zwar ist jeder irgendwie vetreten, das Volk, aber doch nicht jeder kann sich beliebig zeigen. Denn volkslesen.tv hat ein kreatives Konzept: Die Vorleser erfüllen immer eine bestimmte Eigenschaft.</p>
<p><strong>Politiker oder Obdachlose – vorlesen kann jeder</strong></p>
<p>Die junge Modedesignerin klebt fast mit dem Gesicht am Buch und stottert ein wenig Kafka vor, wenn ein Häftling, der Ähnlichkeit mit dem Gandalf aus dem Herren der Ringe Sven Regener liest, ist das schon fast komisch und wenn der Barista Hermann Hesse und die Szene einer ersten Verliebtheit vorträgt, stören die lauten Barbesucher irgendwann nicht mehr. Migranten, Geoforscher, Models, Imker, Grafiker, Streicher oder Segler – verschiedenste Gruppen sitzen auf Scharfes Lesecouch. "Die größten Extreme, die ich hatte, sind wohl Bundestagsabgeordnete und Obdachlose", sagt Scharfe. Er holt sie vor die Kamera, denn jeder kann mit dem Lesen etwas verbinden. Und zugleich ist volkslesen.tv ein Abbild der Gesellschaft des Hier und Jetzt. "In 20 Jahren werden sich die Menschen ein Bild machen können, was sie zum Zeitpunkt der Leseaufzeichnung für wichtig hielten, welche Bücher sie da gelesen haben, wie sie aussahen, wie sie sprachen." Deshalb ist volkslesen.tv nicht nur ein literarisches, sondern auch gesellschaftliches Projekt.</p>
<p>Während bei professionellen Hörbüchern Schauspieler und bekannte Synchronsprecher vertonen, überrascht volkslesen.tv mit den stimmlichen Eigenarten und auch Unischerheiten der Leser. Diese Natürlichkeit bringt dem Zuschauer Buch und Mensch näher. Auf der Webseite können sich Interessierte melden, Scharfe versucht dann Gemeinsamkeiten und Leser-Gruppen zu finden.</p>
<p><strong>Hundert Jahre Leben</strong></p>
<p>Als Elfride Brüning 98 Jahre alt war, saß sie für volkslesen.tv vor der Kamera, mittlerweile ist sie 100 Jahre alt geworden und damit älteste Teilnehmerin. Josefa Schmidt, die Jüngste, gehörte zur Kleingärtner lesen – Reihe. Sie war 6 ½ Jahre und weil sie noch nicht lesen konnte, hat sie gesungen. Sehen zu können, ist bei volkslesen.tv keine Voraussetzung – alle 500 verschiedenen Vorleser hört man ja auch ohne Bild. Sogar ein Comic von Walt Disney steht zur Auswahl, vorgelesen von einem zehnjährigen Jungen aus der Reihe Migranten.</p>
<p>Martin Scharfe steckt so viel Zeit in das Projekt, dass es für andere Dinge in der Woche knapp wird. "Aber die Literatur und die Menschen sind etwas Faszinierendes, das gibt mir einiges zurück." Scharfe selbst war als Kind eine Leseratte, erzählt er.</p>
<p>Jetzt träumt er von mehr: "Am schönsten wäre es, wenn es volkslesen.tv auf Isländisch, Russisch oder Suaheli geben würde." Letzter Wunsch ging in Erfüllung. Zur Buchmesse las jemand auf Suaheli vor. "Aber erst einmal habe ich das Ziel, das landesweite Spektrum zu vergrößern, mal Ost und West, den Süden und den Norden Deutschlands zu Wort kommen zu lassen."</p>
<p><em>Von Julia Jaroschewski<br />
Bilder: Screenshots von volkslesen.tv</em></p>
			]]></content:encoded>			<link>http://www.respect.de/projektblog/eintrag.php?eid=419</link>			<author>Julia</author>						<comments>http://www.respect.de/projektblog/eintrag.php?eid=419</comments>			<guid>http://www.respect.de/projektblog/eintrag.php?eid=419</guid>			<pubDate>Wed, 16 May 2012 08:00:00 GMT</pubDate>																	</item>
				<item>
			<title>15.05.2012: Ausziehen für den guten Zweck</title>
			<description>Den Kleiderschrank ausmisten, mit Freunden feiern, mit einem Designerstück nach Hause gehen und dabei Gutes tun. Wie das geht, seht ihr hier.

Klara geht mit Imkes Hose, Tom mit Stefans T-Shirt und Sabine hat die Handtasche von Jana abgestaubt. Nein, es geht nicht um eine Klamotten-Abzockgeschichte, hier hat auch niemand  geklaut oder vertauscht. Obwohl: Tauschen stimmt schon, umtauschen allerdings. Es handelt sich um einen Mode-Trend, den Kleidertausch unter Freunden oder Bekannten – das sogenannte Kleider-Swapping.

Wer nachhaltig lebt, muss seine Kleidung nicht sofort entsorgen – so wie David Beckham, der einmal gesagt haben soll, er benutze eine neue Unterhose einmalig und dann lande sie in der Mülltonne. Aber es geht beim Kleidertausch auch nicht um Unterhosen. Sondern um Hosen, Jacken oder Schuhe, die viel zu kultig und extravagant sind, um sie der Mitwelt zu enthalten. Kleidung, deren Besitzer sie loswerden möchte, weil er vielleicht nicht mehr hineinpasst, sich übersehen bis übertragen hat, aber die zum Tragen noch gut genug ist.

Eins für dich, eins für mich

Früher wurden alte Sachen in die Mülltonne geworfen, gewissenhaftere Personen gaben sie in die Altkleidersammlung oder vererbten sie bestenfalls den kleineren Geschwistern. Es geht aber auch anders: Kleider tauschen ist ein intelligenter Weg um Geld zu sparen, die Umwelt zu schonen, Freunde zu treffen oder neue Menschen kennen zu lernen. 

Aus den USA kommt der Kleidertausch-Trend, wie vieles andere aus der Modewelt. Da gibt es die kleinen privaten Kleider-Swapping-Parties unter Freunden – mehrheitlich unter Freundinnen. Zehn Personen finden sich zusammen, bringen ihre zu entsorgenden Stücke mit und stellen sie den anderen zur Verfügung. Im Gegenzug darf sich der Spender ein eigenes, neues oder altes Teil aussuchen. Das Ganze in einem Ambiente mit Musik, Snacks oder Getränken, eine Party halt, nur mit Mode-Bazar.

Keine Umtausch- aber Spaßgarantie

Mittlerweile werden Kleider-Tausch-Parties während großer Ereignisse durchgeführt: Zur Modemesse Fashion-Week in Berlin in etwa. Mit dem Vorteil, dass ein solches Ereignis Aufmerksamkeit auf die Veranstalter leitet und noch ein sozialer Mehrwert entsteht. Denn bei einigen größeren Veranstaltungen werden die entstehenden Einnahmen aus Eintritt oder Getränkeverzehr sozialen Projekten gespendet.

Für manche Dinge gibt es beim Kleider-Swapping allerdings keine Garantie: Dass das neue Kleidungsstück besser sitzt als das alte. Und: Der Umtausch ist ausgeschlossen. Bleibt nur, Mut zur Individualität zu wünschen. 


Text: Julia Jaroschewski
Bild: flickr/SWAP CLUB ITALIA</description>
			<content:encoded><![CDATA[
				<p>Den Kleiderschrank ausmisten, mit Freunden feiern, mit einem Designerstück nach Hause gehen und dabei Gutes tun. Wie das geht, seht ihr hier.</p><p><img src="http://www.respect.de/img/pool/416x/projektblog/mode_style/swap_klein.jpg" align="left" style="margin: 0 10px 5px 0;" alt="Freunde treffen und Kleider tauschen - neuer Trend Kleider-Swapping" border="0" /></p><p>Klara geht mit Imkes Hose, Tom mit Stefans T-Shirt und Sabine hat die Handtasche von Jana abgestaubt. Nein, es geht nicht um eine Klamotten-Abzockgeschichte, hier hat auch niemand  geklaut oder vertauscht. Obwohl: Tauschen stimmt schon, umtauschen allerdings. Es handelt sich um einen Mode-Trend, den Kleidertausch unter Freunden oder Bekannten – das sogenannte Kleider-<span xml:lang="en" lang="en">Swapping.</span></p>
<p>Wer nachhaltig lebt, muss seine Kleidung nicht sofort entsorgen – so wie David Beckham, der einmal gesagt haben soll, er benutze eine neue Unterhose einmalig und dann lande sie in der Mülltonne. Aber es geht beim Kleidertausch auch nicht um Unterhosen. Sondern um Hosen, Jacken oder Schuhe, die viel zu kultig und extravagant sind, um sie der Mitwelt zu enthalten. Kleidung, deren Besitzer sie loswerden möchte, weil er vielleicht nicht mehr hineinpasst, sich übersehen bis übertragen hat, aber die zum Tragen noch gut genug ist.</p>
<p><strong>Eins für dich, eins für mich</strong></p>
<p>Früher wurden alte Sachen in die Mülltonne geworfen, gewissenhaftere Personen gaben sie in die Altkleidersammlung oder vererbten sie bestenfalls den kleineren Geschwistern. Es geht aber auch anders: Kleider tauschen ist ein intelligenter Weg um Geld zu sparen, die Umwelt zu schonen, Freunde zu treffen oder neue Menschen kennen zu lernen. </p>
<p>Aus den USA kommt der Kleidertausch-Trend, wie vieles andere aus der Modewelt. Da gibt es die kleinen privaten Kleider-Swapping-Parties unter Freunden – mehrheitlich unter Freundinnen. Zehn Personen finden sich zusammen, bringen ihre zu entsorgenden Stücke mit und stellen sie den anderen zur Verfügung. Im Gegenzug darf sich der Spender ein eigenes, neues oder altes Teil aussuchen. Das Ganze in einem Ambiente mit Musik, Snacks oder Getränken, eine Party halt, nur mit Mode-Bazar.</p>
<p><strong>Keine Umtausch- aber Spaßgarantie</strong></p>
<p>Mittlerweile werden Kleider-Tausch-Parties während großer Ereignisse durchgeführt: Zur Modemesse Fashion-Week in Berlin in etwa. Mit dem Vorteil, dass ein solches Ereignis Aufmerksamkeit auf die Veranstalter leitet und noch ein sozialer Mehrwert entsteht. Denn bei einigen größeren Veranstaltungen werden die entstehenden Einnahmen aus Eintritt oder Getränkeverzehr sozialen Projekten gespendet.</p>
<p>Für manche Dinge gibt es beim Kleider-Swapping allerdings keine Garantie: Dass das neue Kleidungsstück besser sitzt als das alte. Und: Der Umtausch ist ausgeschlossen. Bleibt nur, Mut zur Individualität zu wünschen. </p>
<p><em>Text: Julia Jaroschewski<br />
Bild: flickr/SWAP CLUB ITALIA</em></p>
			]]></content:encoded>			<link>http://www.respect.de/projektblog/eintrag.php?eid=430</link>			<author>Julia</author>						<comments>http://www.respect.de/projektblog/eintrag.php?eid=430</comments>			<guid>http://www.respect.de/projektblog/eintrag.php?eid=430</guid>			<pubDate>Tue, 15 May 2012 08:03:00 GMT</pubDate>																	</item>
				<item>
			<title>13.05.2012: Surftipps am Sonntag</title>
			<description>

WAHLKAMPFVERSPRECHER: 
Heute schon gewählt? Sofern ihr Bürger/innen von NRW und wahlberechtigt seid, habt ihr heute die wichtige demokratische Pflicht, wählen zu gehen. Noch-Bundesminister und Möchtegern-Ministerpräsident Röttgen scheint das nicht zu gefallen. 

KEEP THE DJ: 
John Peel war von den 1970ern bis zu seinem Tod 2004 einer der wichtigsten Radiomoderatoren diverser Indiemusikszenen. Ihm verdankt z.B. auch David Bowie seine steile Karriere. Peels Erbe, eine Sammlung von über 60.000 Tonträgern, soll nun digitalisiert und ins Internet gestellt werden. Ein Anfang ist mit 100 Platten bereits gemacht. 

TCIKTACKTICKTACK: 
Eine ganz besondere Uhr könnt ihr hier sehen. Sie besteht aus Brettern und wird die ganze Zeit über von Bauarbeitern aktualisiert, so dass ihr immer die aktuelle Uhrzeit sehen könnt. 

ÜBERSETZER:
Wolke tun es und AlexiBexi tuts auch – sie übersetzen für uns englische Tophits ins Deutsche!

foto djznet/pixelio</description>
			<content:encoded><![CDATA[
				<p><img src="http://www.respect.de/img/pool/416x/djwork.jpg" align="left" style="margin: 0 10px 5px 0;" alt="" border="0" /></p><p><strong><a href="http://www.youtube.com/watch?v=tJ7r4mmsrMI">WAHLKAMPFVERSPRECHER</a>:</strong><br />
Heute schon gewählt? Sofern ihr Bürger/innen von NRW und wahlberechtigt seid, habt ihr heute die wichtige demokratische Pflicht, wählen zu gehen. Noch-Bundesminister und Möchtegern-Ministerpräsident <a href="http://www.youtube.com/watch?v=KHjraVrTmro&amp;feature=player_embedded">Röttgen</a> scheint das nicht zu gefallen. </p>
<p><strong><a href="http://www.youtube.com/watch?v=9AlH2oYedfk" xml:lang="en" lang="en">KEEP THE DJ:</a></strong><br />
<span xml:lang="en" lang="en">John Peel</span> war von den 1970ern bis zu seinem Tod 2004 einer der wichtigsten Radiomoderatoren diverser Indiemusikszenen. Ihm verdankt z.B. auch <span xml:lang="en" lang="en">David Bowie</span> seine steile Karriere. <span xml:lang="en" lang="en">Peels</span> Erbe, eine Sammlung von über 60.000 Tonträgern, soll nun digitalisiert und ins <a href="http://thespace.org/items/s000004u" xml:lang="en" lang="en">Internet</a> gestellt werden. Ein Anfang ist mit 100 Platten bereits gemacht. </p>
<p><strong><a href="http://www.youtube.com/?v=4t3SUDZCBaQ">TCIKTACKTICKTACK:</a></strong><br />
Eine ganz besondere Uhr könnt ihr <a href="http://clock.msurma.net/">hier</a> sehen. Sie besteht aus Brettern und wird die ganze Zeit über von Bauarbeitern aktualisiert, so dass ihr immer die aktuelle Uhrzeit sehen könnt. </p>
<p>ÜBERSETZER:<br />
<a href="http://www.youtube.com/watch?v=CUHeQ82EHOU">Wolke</a> tun es und <a href="http://www.youtube.com/user/AlexiBexi">AlexiBexi</a> tuts auch – sie übersetzen für uns englische Tophits ins Deutsche!</p>
<p>foto <a href="http://www.pixelio.de/media/30243">djznet/pixelio</a></p>
			]]></content:encoded>			<link>http://www.respect.de/projektblog/eintrag.php?eid=680</link>			<author>Anika</author>						<comments>http://www.respect.de/projektblog/eintrag.php?eid=680</comments>			<guid>http://www.respect.de/projektblog/eintrag.php?eid=680</guid>			<pubDate>Sun, 13 May 2012 08:00:00 GMT</pubDate>																	</item>
				<item>
			<title>12.05.2012: Couchsurfing ohne Couch</title>
			<description>Couchsurfing ist auch in Peru angekommen - doch so unkompliziert wie in Europa ist das Übernachten bei Fremden noch nicht.

Sich mit Fremden im Ausland treffen oder bei Unbekannten auf der Couch schlafen - das kam Stephanie erst ziemlich seltsam vor, als sie vor fünf Jahren von der Couchsurfing-Community hörte.

Inzwischen ist die Jurastudentin aus Lima selbst begeisterte Couchsurferin - und hat seit 2007 über die Webseite etwa 80 andere Community-Mitglieder kennengelernt, in Peru und auch bei Lateinamerika- und Europa-Reisen. 

Immer mehr Couchsurfing-Fans

&amp;quot;Am Anfang war ich supernervös&amp;quot;, sagt die 27-Jährige. Ihre erste Couchsurfing-Bekanntschaft war ein Mädchen aus Frankreich - die beiden verabredeten sich erstmal auf einen Café, verstanden sich gut, trafen sich wieder.

Auch Freunde von Stephanie haben Couchsurfing inzwischen für sich entdeckt, um Menschen aus der ganzen Welt kennenzulernen. &amp;quot;In Peru wächst die Couchsurfing-Community langsam&amp;quot;, sagt Stephanie. &amp;quot;In Brasilien oder Argentinien ist die Community aber viel größer.&amp;quot; 

In Brasilien gebe es fast jeden Tag Meetings - am Montag träfe man sich im Theater, am Dienstag sei Pastakochen angesagt, am Freitag Party, zählt Stephanie auf. Stephanie hat auch schon in Lima größere Community-Treffen mitorganisiert - doch das geschehe eben nicht jeden Tag.

Kaum Surfer auf dem Land

Für die Hauptstadt Lima listet die Webseite Hunderte von Mitgliedern auf, doch in Städten wie Puno am Titicacasee oder Huancayo in den Anden sind Couchsurfer noch rar.

&amp;quot;In Lima ist Couchsurfing verbreitet&amp;quot;, sagt Stephanie. &amp;quot;Aber Peru hat so viele unterschiedliche Regionen und in der Selva und in der Sierra sind die Menschen etwas weniger aufgeschlossen.&amp;quot; 

Viele, die neu dazukämen, wüssten auch nicht, wie Couchsurfing funktioniert - viele neue Mitglieder haben kein Foto, keine Informationen in ihrem Profil.

Weniger Vertrauen

Doch Stephanie findet es wichtig, erst möglichst viel von jemandem zu wissen, bevor sie sich mit einem Fremden trifft, um das Gegenüber zumindest ein bisschen einschätzen zu können. 

&amp;quot;Wir haben nicht soviel Vertrauen wie die Europäer&amp;quot;, sagt sie. &amp;quot;Die Europäer sind viel direkter, aber wir wollen auch erstmal hin und herschreiben, wir sind da ein bisschen traditioneller.&amp;quot;

Interkulturelle Missverständnisse

Wenn sie sich mit Männern verabredet, tauchen manchmal auch andere Probleme auf: &amp;quot;Die meisten wollen nicht nur Kaffee trinken, sondern mehr.&amp;quot; 

Das sei auch bei peruanischen Couchsurfern so, meint Stephanie. Doch Europäer würden die Offenheit von Latinas manchmal falsch interpretieren. 

Gerade für Limeñas, die Peruanerinnen aus der Hauptstadt, ist ein Küsschen auf die Wange, enges Tanzen oder eine Berührung völlig normal - und noch kein Flirt.

Keine Couch für Fremde

Die größte Barriere für Couchsurfing in Peru ist aber das Problem, dass viele junge Peruaner gar keine eigene Couch oder gar ein Gästebett besitzen – weil sie noch im Haus ihrer Eltern wohnen.

&amp;quot;In Europa zieht man mit 18 oder 19 aus, ist unabhängiger&amp;quot;, sagt Stephanie. &amp;quot;Hier ist es normal bei den Eltern zu leben.&amp;quot; Wohngemeinschaften sind selbst in Lima noch selten. Viele Frauen in Südamerika würden erst ausziehen, wenn sie verheiratet sind, sagt Stephanie, die selbst noch mit ihrer Familie zusammenwohnt.

&amp;quot;In Europa gibt es viele, die hosten, vielleicht 90 Prozent - hier in Peru sind es vielleicht die Hälfte&amp;quot;, sagt die Couchsurferin aus Lima, die keine Übernachtungsgäste aufnehmen kann.

Neue Informationen und Ideen

Doch Couchsurfing funktioniert auch ohne Übernachtungsmöglichkeit, findet Stephanie: &amp;quot;Der interkulturelle Austausch ist das Wichtigste, der Austausch von Ideen, Informationen." 

Sie findet es spannend, neue Verbindungen zu Menschen und  Orten zu knüpfen, hilft gerne Touristen, die ihre Reiseroute planen oder sich in Lima nicht auskennen und übt gerne Fremdsprachen wie Französisch oder Portugiesisch, die sie gelernt hat, aber sonst nicht spricht. 

&amp;quot;Jede Erfahrung war positiv&amp;quot;, sagt Stephanie über ihre Couchsurfing-Treffen, Fremde über eine Webseite zu treffen, ist für sie inzwischen völlig normal.


Text und Bild: Sonja Peteranderl</description>
			<content:encoded><![CDATA[
				<p>Couchsurfing ist auch in Peru angekommen - doch so unkompliziert wie in Europa ist das Übernachten bei Fremden noch nicht.</p><p><img src="http://www.respect.de/img/pool/416x/respect_Stephanie_couchsurfing.jpg" align="left" style="margin: 0 10px 5px 0;" alt="Stephanie in einer Bar" border="0" /></p><p>Sich mit Fremden im Ausland treffen oder bei Unbekannten auf der Couch schlafen - das kam Stephanie erst ziemlich seltsam vor, als sie vor fünf Jahren von der <a href="http://www.couchsurfing.org">Couchsurfing-Community</a> hörte.</p>
<p>Inzwischen ist die Jurastudentin aus Lima selbst begeisterte Couchsurferin - und hat seit 2007 über die Webseite etwa 80 andere Community-Mitglieder kennengelernt, in Peru und auch bei Lateinamerika- und Europa-Reisen. </p>
<p><strong>Immer mehr Couchsurfing-Fans</strong></p>
<p>&quot;Am Anfang war ich supernervös&quot;, sagt die 27-Jährige. Ihre erste Couchsurfing-Bekanntschaft war ein Mädchen aus Frankreich - die beiden verabredeten sich erstmal auf einen Café, verstanden sich gut, trafen sich wieder.</p>
<p>Auch Freunde von Stephanie haben Couchsurfing inzwischen für sich entdeckt, um Menschen aus der ganzen Welt kennenzulernen. &quot;In Peru wächst die Couchsurfing-Community langsam&quot;, sagt Stephanie. &quot;In Brasilien oder Argentinien ist die Community aber viel größer.&quot; </p>
<p>In Brasilien gebe es fast jeden Tag Meetings - am Montag träfe man sich im Theater, am Dienstag sei Pastakochen angesagt, am Freitag Party, zählt Stephanie auf. Stephanie hat auch schon in Lima größere Community-Treffen mitorganisiert - doch das geschehe eben nicht jeden Tag.</p>
<p><strong>Kaum Surfer auf dem Land</strong></p>
<p>Für die Hauptstadt Lima listet die Webseite Hunderte von Mitgliedern auf, doch in Städten wie Puno am Titicacasee oder Huancayo in den Anden sind Couchsurfer noch rar.</p>
<p>&quot;In Lima ist Couchsurfing verbreitet&quot;, sagt Stephanie. &quot;Aber Peru hat so viele unterschiedliche Regionen und in der Selva und in der Sierra sind die Menschen etwas weniger aufgeschlossen.&quot; </p>
<p>Viele, die neu dazukämen, wüssten auch nicht, wie Couchsurfing funktioniert - viele neue Mitglieder haben kein Foto, keine Informationen in ihrem Profil.</p>
<p><strong>Weniger Vertrauen</strong></p>
<p>Doch Stephanie findet es wichtig, erst möglichst viel von jemandem zu wissen, bevor sie sich mit einem Fremden trifft, um das Gegenüber zumindest ein bisschen einschätzen zu können. </p>
<p>&quot;Wir haben nicht soviel Vertrauen wie die Europäer&quot;, sagt sie. &quot;Die Europäer sind viel direkter, aber wir wollen auch erstmal hin und herschreiben, wir sind da ein bisschen traditioneller.&quot;</p>
<p><strong>Interkulturelle Missverständnisse</strong></p>
<p>Wenn sie sich mit Männern verabredet, tauchen manchmal auch andere Probleme auf: &quot;Die meisten wollen nicht nur Kaffee trinken, sondern mehr.&quot; </p>
<p>Das sei auch bei peruanischen Couchsurfern so, meint Stephanie. Doch Europäer würden die Offenheit von Latinas manchmal falsch interpretieren. </p>
<p>Gerade für Limeñas, die Peruanerinnen aus der Hauptstadt, ist ein Küsschen auf die Wange, enges Tanzen oder eine Berührung völlig normal - und noch kein Flirt.</p>
<p><strong>Keine Couch für Fremde</strong></p>
<p>Die größte Barriere für Couchsurfing in Peru ist aber das Problem, dass viele junge Peruaner gar keine eigene Couch oder gar ein Gästebett besitzen – weil sie noch im Haus ihrer Eltern wohnen.</p>
<p>&quot;In Europa zieht man mit 18 oder 19 aus, ist unabhängiger&quot;, sagt Stephanie. &quot;Hier ist es normal bei den Eltern zu leben.&quot; Wohngemeinschaften sind selbst in Lima noch selten. Viele Frauen in Südamerika würden erst ausziehen, wenn sie verheiratet sind, sagt Stephanie, die selbst noch mit ihrer Familie zusammenwohnt.</p>
<p>&quot;In Europa gibt es viele, die hosten, vielleicht 90 Prozent - hier in Peru sind es vielleicht die Hälfte&quot;, sagt die Couchsurferin aus Lima, die keine Übernachtungsgäste aufnehmen kann.</p>
<p><strong>Neue Informationen und Ideen</strong></p>
<p>Doch Couchsurfing funktioniert auch ohne Übernachtungsmöglichkeit, findet Stephanie: &quot;Der interkulturelle Austausch ist das Wichtigste, der Austausch von Ideen, Informationen." </p>
<p>Sie findet es spannend, neue Verbindungen zu Menschen und  Orten zu knüpfen, hilft gerne Touristen, die ihre Reiseroute planen oder sich in Lima nicht auskennen und übt gerne Fremdsprachen wie Französisch oder Portugiesisch, die sie gelernt hat, aber sonst nicht spricht. </p>
<p>&quot;Jede Erfahrung war positiv&quot;, sagt Stephanie über ihre Couchsurfing-Treffen, Fremde über eine Webseite zu treffen, ist für sie inzwischen völlig normal.</p>
<p><em>Text und Bild: Sonja Peteranderl</em></p>
			]]></content:encoded>			<link>http://www.respect.de/projektblog/eintrag.php?eid=585</link>			<author>Sonja</author>						<comments>http://www.respect.de/projektblog/eintrag.php?eid=585</comments>			<guid>http://www.respect.de/projektblog/eintrag.php?eid=585</guid>			<pubDate>Sat, 12 May 2012 08:00:00 GMT</pubDate>																	</item>
				<item>
			<title>11.05.2012: Grüne Bomben</title>
			<description>Guerilla-Gärtner pflanzen dort, wo sonst nur Müll landet. Sie verwandeln graue Stadt-Tristesse in kleine Blumen-Oasen

Nachts ziehen sie mit Hacke, Schaufel und Grünzeug im Gepäck durch die Straßen. Schnell muss es gehen, denn die Mission ist offiziell gar nicht erlaubt. Ihr Ziel sind Straßeninseln, Baumflächen und verwahrloste Grünflächen. Dann heißt es: Erde umgraben, Samen streuen oder Blümchen einpflanzen, Erde wieder drauf packen und wenn möglich wässern. Und am Besten so positionieren, dass Andere die Ergebnisse des nächtlichen Schaffens schon am nächsten Morgen entdecken. Beliebte Aktionsorte sind bewohnte Straßen oder Plätze vor Geschäften. Auch gegen vermeintliche Feinde hat die Gruppe eine Waffe: "Lavendel und Buchsbaum sind ein natürlicher Schutz vor Hunden", so die Aussage eines Aktivisten.

Die Gruppe der nächtlichen Ausflügler tut zwar Illegales, aber Böses ist es nicht. Im Gegenteil: Die Nachtschwärmer bepflanzen öffentliche Flächen mit Blumen, Ranken oder Bäumchen, freiwillig, ohne Auftrag und meist zur Freude der Anwohner und Passanten – sie sind Guerilla-Gärtner.

Von der Nische zur Guerilla-Bewegung

Gründeten sich in New York die ersten freien Stadtgärtner in den 70er Jahren mit gesellschafts-politischen Zielen, finden sich heute zahlreiche Guerilla-Gärtner, die der oftmals tristen und grauen Oberfläche des Städtebaus einen ökologischen, grünen Gegenpunkt setzen wollen. Guerilla, weil sie unauffällig und ohne Erlaubnis ihre Streifzüge antreten. Und weil sie trotz subversiver Kleinstarbeit Einfluss auf das öffentliche Stadtbild nehmen.

Ein Beispiel: Die Berliner Mitte ist das, was als Herz der Gentrifizierung der Hauptstadt bezeichnet werden kann. Altbauten und ehemals besetzte Häuser werden saniert. Eine Galerie nach der anderen zieht in die Erdgeschossläden mit zur Straße hinausgehender Fensterfront. Hotelketten reihen sich aneinander. Es wird schick, hip und metroplit. Und für die Baustellen schwinden die Grünflächen. Vorgärten werden zu temporären Mülldeponien, die Erdflächen um die Bäume verwuchern, dienen als Ort für Exkremente von Tier und Mensch.

Platz für Bepflanzung ist an der Kreuzung Rosenthaler Platz kaum möglich. Aber wer genau hinschaut, entdeckt an Pfeilern der Straßenschilder kleine Holzkästen, in denen Grünpflanzen stecken. In Nebenstraßen und im angrenzenden Bezirk Prenzlauer Berg sind Baumscheibenbepflanzungen sehr beliebt – die Fläche um den Baumstamm herum wird mit Blumen und Sträuchern oder Kräutern verziert. Die Gärtner wirken mit ihren Pflanzungen meist nur initiativ, suchen sich ihre Plätze aber bewusst aus: "Gerade vor Wohnhäusern finden sich schnell Adoptiv-Pfleger." Ist ein urbanes Beet erst einmal angelegt, ist der Aufwand des Gießens und Erhaltens nicht mehr so groß.

Internationales Seed-Bombing

Mittlerweile haben sich weltweit unterschiedliche Guerillagärtner-Gruppen gebildet, die auch tagsüber durch die Städte ziehen und immer mehr Sympathisanten finden. Wer hat nicht gern eine grüne Klein-Oase vor dem Fenster, wo sich sonst nur Vierbeiner verewigen?

In Blogs organisieren sie sich und tauschen Tipps über geeignete Orte, passende Pflanzen an entsprechenden Plätzen und gemeinsame Aktionen aus. In der Gruppe macht "Seed-Bombing" – das Abwerfen kleiner Beutel mit einer Erde-Samen-Mischung – ja mehr Spaß als allein. Und wer sich über die plötzliche Begrünung mitten auf einer Verkehrsinsel wundert, kann sich sicher sein, dass die Guerillagärtner-Truppe des nächtens vorbeigezogen ist.

Von Julia Jaroschewski

Bilder:
Mia Judkins/flickr
Paul Conneally/flickr
Joe Marinaro/flickr</description>
			<content:encoded><![CDATA[
				<p>Guerilla-Gärtner pflanzen dort, wo sonst nur Müll landet. Sie verwandeln graue Stadt-Tristesse in kleine Blumen-Oasen</p><p><img src="http://www.respect.de/img/pool/416x/projektblog/GG1.jpg" align="left" style="margin: 0 10px 5px 0;" alt="Guerilla Gardening mit Pfl&auml;nzchen." border="0" /></p><p>Nachts ziehen sie mit Hacke, Schaufel und Grünzeug im Gepäck durch die Straßen. Schnell muss es gehen, denn die Mission ist offiziell gar nicht erlaubt. Ihr Ziel sind Straßeninseln, Baumflächen und verwahrloste Grünflächen. Dann heißt es: Erde umgraben, Samen streuen oder Blümchen einpflanzen, Erde wieder drauf packen und wenn möglich wässern. Und am Besten so positionieren, dass Andere die Ergebnisse des nächtlichen Schaffens schon am nächsten Morgen entdecken. Beliebte Aktionsorte sind bewohnte Straßen oder Plätze vor Geschäften. Auch gegen vermeintliche Feinde hat die Gruppe eine Waffe: "Lavendel und Buchsbaum sind ein natürlicher Schutz vor Hunden", so die Aussage eines Aktivisten.</p>
<p>Die Gruppe der nächtlichen Ausflügler tut zwar Illegales, aber Böses ist es nicht. Im Gegenteil: Die Nachtschwärmer bepflanzen öffentliche Flächen mit Blumen, Ranken oder Bäumchen, freiwillig, ohne Auftrag und meist zur Freude der Anwohner und Passanten – sie sind Guerilla-Gärtner.</p>
<p><strong>Von der Nische zur Guerilla-Bewegung</strong></p>
<p>Gründeten sich in New York die ersten freien Stadtgärtner in den 70er Jahren mit gesellschafts-politischen Zielen, finden sich heute zahlreiche Guerilla-Gärtner, die der oftmals tristen und grauen Oberfläche des Städtebaus einen ökologischen, grünen Gegenpunkt setzen wollen. Guerilla, weil sie unauffällig und ohne Erlaubnis ihre Streifzüge antreten. Und weil sie trotz subversiver Kleinstarbeit Einfluss auf das öffentliche Stadtbild nehmen.</p>
<p>Ein Beispiel: Die Berliner Mitte ist das, was als Herz der Gentrifizierung der Hauptstadt bezeichnet werden kann. Altbauten und ehemals besetzte Häuser werden saniert. Eine Galerie nach der anderen zieht in die Erdgeschossläden mit zur Straße hinausgehender Fensterfront. Hotelketten reihen sich aneinander. Es wird schick, hip und metroplit. Und für die Baustellen schwinden die Grünflächen. Vorgärten werden zu temporären Mülldeponien, die Erdflächen um die Bäume verwuchern, dienen als Ort für Exkremente von Tier und Mensch.</p>
<p>Platz für Bepflanzung ist an der Kreuzung Rosenthaler Platz kaum möglich. Aber wer genau hinschaut, entdeckt an Pfeilern der Straßenschilder kleine Holzkästen, in denen Grünpflanzen stecken. In Nebenstraßen und im angrenzenden Bezirk Prenzlauer Berg sind Baumscheibenbepflanzungen sehr beliebt – die Fläche um den Baumstamm herum wird mit Blumen und Sträuchern oder Kräutern verziert. Die Gärtner wirken mit ihren Pflanzungen meist nur initiativ, suchen sich ihre Plätze aber bewusst aus: "Gerade vor Wohnhäusern finden sich schnell Adoptiv-Pfleger." Ist ein urbanes Beet erst einmal angelegt, ist der Aufwand des Gießens und Erhaltens nicht mehr so groß.</p>
<p><strong>Internationales <span xml:lang="en" lang="en">Seed-Bombing</span></strong></p>
<p>Mittlerweile haben sich <a href="http://www.guerrillagardening.org/index.html">weltweit</a> unterschiedliche Guerillagärtner-Gruppen gebildet, die auch tagsüber durch die Städte ziehen und immer mehr Sympathisanten finden. Wer hat nicht gern eine grüne Klein-Oase vor dem Fenster, wo sich sonst nur Vierbeiner verewigen?</p>
<p>In <a href="http://guerrillagardening.org/community/index.php?PHPSESSID=7f24f5f7291f721dc6f41e1f2eddd1b2&amp;board=74.0">Blogs</a> organisieren sie sich und tauschen Tipps über geeignete Orte, passende Pflanzen an entsprechenden Plätzen und gemeinsame Aktionen aus. In der Gruppe macht "<span xml:lang="en" lang="en">Seed-Bombing</span>" – das Abwerfen kleiner Beutel mit einer Erde-Samen-Mischung – ja mehr Spaß als allein. Und wer sich über die plötzliche Begrünung mitten auf einer Verkehrsinsel wundert, kann sich sicher sein, dass die Guerillagärtner-Truppe des nächtens vorbeigezogen ist.</p>
<p><em>Von Julia Jaroschewski</em></p>
<p><em>Bilder:<br />
Mia Judkins/flickr<br />
Paul Conneally/flickr<br />
Joe Marinaro/flickr</em></p>
			]]></content:encoded>			<link>http://www.respect.de/projektblog/eintrag.php?eid=380</link>			<author>Julia</author>						<comments>http://www.respect.de/projektblog/eintrag.php?eid=380</comments>			<guid>http://www.respect.de/projektblog/eintrag.php?eid=380</guid>			<pubDate>Fri, 11 May 2012 08:01:00 GMT</pubDate>																	</item>
				<item>
			<title>10.05.2012: Die Neudefinierung der Schönheitsfrage</title>
			<description>Die amerikanische Athletin Aimee Mullins bezaubert mit ihrem Aussehen und Charme. Das sie seit ihrer Kindheit mit Prothesen läuft, hindert sie nicht in ihrer lebensfrohen Art.

"Hey, willst du nicht auch fliegen?", fragt ein Kind Aimee Mullins. "Ja!", ruft sie lachend. Die amerikanische Athletin, Schauspielerin und Aktivistin wurde in diesem Augenblick für 300 Kinder von einer Frau ohne Beine, zu einer Person, die es geschafft hat ihr Leben zu meistern – und mit verschiedenen Beinprothesen immer wieder, ein bisschen anders zu sein. "Eine Tasche voller Beine" brachte Aimee Mullins an diesem Tag in das Museum für Kinder – große und kleine. Sie fragte dann: "Was für Beine soll ich nehmen, um hoch zu springen?" Für die Fantasie der Kinder war es nicht genug; fliegen sollte sie.

Diese Anekdote ist ein Teil ihrer Geschichte – erzählt während einer TED Konferenz. TED ist die Abkürzung von Technology, Entertainment, Design. Es ist ein Event, das zum Trend geworden ist. Menschen wie Mullins erhalten eine Plattform, um ihre Geschichte zu erzählen. Seit 1984 werden Leute weltweit von den Konferenzen inspiriert. Das Prinzip: Jeder Teilnehmer hat genau 18 Minuten Zeit, um eine "Idee mit Verbreitungswert" zu präsentieren. Das machen Promis wie Bill Gates, Stephen Hawking oder Steve Jobs, aber auch durchschnittliche Leute mit außergewöhnlichen Gedanken oder Geschichten. Jedes Jahr findet eine globale Konferenz mit rund 1000 Leuten statt, die Experten in verschiedenen Bereichen sind. Für Mullins war TED "das Sprungbrett zur nächsten Dekade meines Lebens der Entdeckungen", weil ihr erster TED Vortrag der Anfang ihrer Kooperation mit Künstlern und Forschern war.

Auf Geparden-Beinen

Heute besitzt Mullins mehr als zwölf Paar Prothesen, mit denen sie ihre Körpergröße  zwischen 1,72 Meter und 1,85 Meter variieren kann. Für Kunst- und Modeprojekte trug sie schon "Quallen- und Geparden-Beine", Prothesen aus Holz und aus Stoff, der wie Glas aussah. Im Alter von nur einem Jahr wurden ihre Beine unterhalb der Knie wegen einer Krankheit amputiert. Sie nimmt sich aber nicht als "behindert" wahr. Dazu erzählt sie noch ein prägendes Ereignis aus ihrem Leben: als sie mit fünf Jahren für eine lange Zeit im Krankenhaus lag, musste sie Übungen machen, die sie sehr peinlich fand. Um sie zu motivieren, sagte der Kinderarzt, sie sei ein starkes, kraftvolles, junges Mädchen. Seitdem sieht sie sich in diesem Licht.

Worte haben die Kraft, unsere Wahrnehmung der Realität zu beeinflussen. Und so würde Mullins gerne verändern, wie wir Behinderung und Schönheit in unserer Gesellschaft definieren. Mit Kampfgeist, Stärke und Humor, widerspricht die Athletin der Assoziationen von Behinderung mit Schwäche und Nutzlosigkeit. Ihre Geschichte steht als Beispiel dafür: Sie stellte bei den Sommer-Paralympics 1996 in Atlanta zwei Weltrekorde im Sprint auf und wurde von dem Magazin People zu einer der 50 schönste Menschen der Welt gekrönt. Sie will keinen Dialog mit der Gesellschaft "wie man ein Defizit überwindet" führen, aber "einen Dialog über Steigerung". 

&amp;quot;Niemand nennt Pamela Anderson behindert&amp;quot;

Den Diskurs über Überwindung der Widrigkeiten findet sie auch irreführend. Sie sieht Widrigkeiten als ein Teil des Lebens, wie unser Schatten, den wir nicht immer merken, der aber immer dabei ist. Das 35-jährige Topmodel wurde dieses Jahr die neue PR-Botschafterin von L&amp;#39;Oréal. Sie entspricht vielleicht nicht genau dem traditionellen Schönheitsideal, aber wie sie lachend während des TED Gespräches sagte: "Leute, Pamela Anderson hat mehr Prothesen in ihrem Körper als ich. Niemand nennt sie behindert."

Text: Dominika Kruszewska (Gastschreiberin aus den USA)
Foto: Copyright L&amp;#39;Oreal Paris/Aimee Mullins


Mehr Infos zu Aimee Mullins und den TED-Konferenzen:
Auf TED Internetseite (www.ted.com) kann man Videos von Talks, wie diesen von Aimee Mullins, frei, oft mit deutschen Untertiteln anschauen.

Aimee Mullins: Die Chance der Widrigkeiten
Aimee Mullins und ihre 12 Paare Beine


Die globale TED Konferenz ist leider sehr exklusiv. Tickets für Zuschauer kosten ca. 4200 Euros ($6000). Die Redner werden von dem TED Team ausgewählt und eingeladen. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, einen Referent online zu empfehlen oder sich selbst zu bewerben. 

Infos zu TEDx Germany

Nach dem TED Vorbild werden weltweit Events für private Personen, Firmen und Gemeinschaften organisiert. Mit dem Einverständnis und der Unterstützung von TED dürfen Konferenzen, die Format und Regeln von TED folgen, ausgerichtet werden. Organisatoren legen selbstständig den Inhalt der Konferenz fest bzw. entscheiden welche Redner sie einladen wollen. Dieses Jahr finden TEDx u.a. in Bonn (6. Oktober), Frankfurt (14. Oktober), Köln (28. Oktober), Berlin (13. November) und München (14. November) statt. 

TEDxYouthBerlin

Für November wird die nächste Edition der TEDxYouthBerlin, eine öffentliche Konferenz %u201Evon Jugendlichen für Jugendlichen%u201C geplant. Die Redner wurden von den jungen Organisatoren eingeladen, aber jeder kann, nach einer online Anmeldung, im Publikum dabei sein.</description>
			<content:encoded><![CDATA[
				<p>Die amerikanische Athletin Aimee Mullins bezaubert mit ihrem Aussehen und Charme. Das sie seit ihrer Kindheit mit Prothesen läuft, hindert sie nicht in ihrer lebensfrohen Art.</p><p><img src="http://www.respect.de/img/pool/416x/2011_004_D_0197.jpg" align="left" style="margin: 0 10px 5px 0;" alt="Ein Portrait von Aimee Mullins" border="0" /></p><p>"Hey, willst du nicht auch fliegen?", fragt ein Kind Aimee Mullins. "Ja!", ruft sie lachend. Die amerikanische Athletin, Schauspielerin und Aktivistin wurde in diesem Augenblick für 300 Kinder von einer Frau ohne Beine, zu einer Person, die es geschafft hat ihr Leben zu meistern – und mit verschiedenen Beinprothesen immer wieder, ein bisschen anders zu sein. "Eine Tasche voller Beine" brachte Aimee Mullins an diesem Tag in das Museum für Kinder – große und kleine. Sie fragte dann: "Was für Beine soll ich nehmen, um hoch zu springen?" Für die Fantasie der Kinder war es nicht genug; fliegen sollte sie.</p>
<p>Diese Anekdote ist ein Teil ihrer Geschichte – erzählt während einer TED Konferenz. TED ist die Abkürzung von Technology, Entertainment, Design. Es ist ein Event, das zum Trend geworden ist. Menschen wie Mullins erhalten eine Plattform, um ihre Geschichte zu erzählen. Seit 1984 werden Leute weltweit von den Konferenzen inspiriert. Das Prinzip: Jeder Teilnehmer hat genau 18 Minuten Zeit, um eine "Idee mit Verbreitungswert" zu präsentieren. Das machen Promis wie Bill Gates, Stephen Hawking oder Steve Jobs, aber auch durchschnittliche Leute mit außergewöhnlichen Gedanken oder Geschichten. Jedes Jahr findet eine globale Konferenz mit rund 1000 Leuten statt, die Experten in verschiedenen Bereichen sind. Für Mullins war TED "das Sprungbrett zur nächsten Dekade meines Lebens der Entdeckungen", weil ihr erster TED Vortrag der Anfang ihrer Kooperation mit Künstlern und Forschern war.</p>
<p><strong>Auf Geparden-Beinen</strong></p>
<p>Heute besitzt Mullins mehr als zwölf Paar Prothesen, mit denen sie ihre Körpergröße  zwischen 1,72 Meter und 1,85 Meter variieren kann. Für Kunst- und Modeprojekte trug sie schon "Quallen- und Geparden-Beine", Prothesen aus Holz und aus Stoff, der wie Glas aussah. Im Alter von nur einem Jahr wurden ihre Beine unterhalb der Knie wegen einer Krankheit amputiert. Sie nimmt sich aber nicht als "behindert" wahr. Dazu erzählt sie noch ein prägendes Ereignis aus ihrem Leben: als sie mit fünf Jahren für eine lange Zeit im Krankenhaus lag, musste sie Übungen machen, die sie sehr peinlich fand. Um sie zu motivieren, sagte der Kinderarzt, sie sei ein starkes, kraftvolles, junges Mädchen. Seitdem sieht sie sich in diesem Licht.</p>
<p>Worte haben die Kraft, unsere Wahrnehmung der Realität zu beeinflussen. Und so würde Mullins gerne verändern, wie wir Behinderung und Schönheit in unserer Gesellschaft definieren. Mit Kampfgeist, Stärke und Humor, widerspricht die Athletin der Assoziationen von Behinderung mit Schwäche und Nutzlosigkeit. Ihre Geschichte steht als Beispiel dafür: Sie stellte bei den Sommer-Paralympics 1996 in Atlanta zwei Weltrekorde im Sprint auf und wurde von dem Magazin People zu einer der 50 schönste Menschen der Welt gekrönt. Sie will keinen Dialog mit der Gesellschaft "wie man ein Defizit überwindet" führen, aber "einen Dialog über Steigerung". </p>
<p><strong>&quot;Niemand nennt Pamela Anderson behindert&quot;</strong></p>
<p>Den Diskurs über Überwindung der Widrigkeiten findet sie auch irreführend. Sie sieht Widrigkeiten als ein Teil des Lebens, wie unser Schatten, den wir nicht immer merken, der aber immer dabei ist. Das 35-jährige Topmodel wurde dieses Jahr die neue PR-Botschafterin von L&#39;Oréal. Sie entspricht vielleicht nicht genau dem traditionellen Schönheitsideal, aber wie sie lachend während des TED Gespräches sagte: "Leute, Pamela Anderson hat mehr Prothesen in ihrem Körper als ich. Niemand nennt sie behindert."</p>
<p><em>Text: Dominika Kruszewska (Gastschreiberin aus den USA)<br />
Foto: Copyright L&#39;Oreal Paris/Aimee Mullins</em></p>
<p><strong>Mehr Infos zu Aimee Mullins und den TED-Konferenzen:</strong><br />
<em>Auf TED Internetseite (www.ted.com) kann man Videos von Talks, wie diesen von Aimee Mullins, frei, oft mit deutschen Untertiteln anschauen.</p>
<p>Aimee Mullins: <a href="http://www.ted.com/talks/aimee_mullins_the_opportunity_of_adversity.html">Die Chance der Widrigkeiten</a><br />
<a href="http://www.ted.com/talks/lang/eng/aimee_mullins_prosthetic_aesthetics.html">Aimee Mullins und ihre 12 Paare Beine</a></p>
<p>Die globale TED Konferenz ist leider sehr exklusiv. Tickets für Zuschauer kosten ca. 4200 Euros ($6000). Die Redner werden von dem TED Team ausgewählt und eingeladen. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, einen Referent online zu empfehlen oder sich selbst zu bewerben. </p>
<p>Infos zu <a href="http://www.ted.com/tedx/events?filter=&amp;autocomplete_filter=germany&amp;when=&amp;tags=all&amp;month=&amp;year=&amp;available=on&amp;unavailable=on&amp;go=Go">TEDx Germany</a></p>
<p>Nach dem TED Vorbild werden weltweit Events für private Personen, Firmen und Gemeinschaften organisiert. Mit dem Einverständnis und der Unterstützung von TED dürfen Konferenzen, die Format und Regeln von TED folgen, ausgerichtet werden. Organisatoren legen selbstständig den Inhalt der Konferenz fest bzw. entscheiden welche Redner sie einladen wollen. Dieses Jahr finden TEDx u.a. in Bonn (6. Oktober), Frankfurt (14. Oktober), Köln (28. Oktober), Berlin (13. November) und München (14. November) statt. </p>
<p><a href="http://www.tedxyouthberlin.de/">TEDxYouthBerlin</a></p>
<p>Für November wird die nächste Edition der TEDxYouthBerlin, eine öffentliche Konferenz %u201Evon Jugendlichen für Jugendlichen%u201C geplant. Die Redner wurden von den jungen Organisatoren eingeladen, aber jeder kann, nach einer online Anmeldung, im Publikum dabei sein.</em></p>
			]]></content:encoded>			<link>http://www.respect.de/projektblog/eintrag.php?eid=515</link>			<author>respect</author>						<comments>http://www.respect.de/projektblog/eintrag.php?eid=515</comments>			<guid>http://www.respect.de/projektblog/eintrag.php?eid=515</guid>			<pubDate>Thu, 10 May 2012 08:00:00 GMT</pubDate>																	</item>
				<item>
			<title>09.05.2012: Das Kap der Hipster</title>
			<description>

Atlantik-Bucht und Berge, In-Bars und Armut, kultureller Mix: Das als Hafenstützpunkt von niederländischen Seefahrern gegründete Kapstadt ist wohl die europäischste Stadt in Afrika.

Kleine Stadtviertel voller Häuser im viktorianischen Stil, eine touristisch belebte Hafenfront wie in San Francisco, relative Ordnung und Sicherheit, modisches Szenepublikum – und soziale Extreme. Respect.de zeigt, wie Jugendliche die Stadt am Besten entdecken können.

Hipstermeilen
Stylischer als in Berlin flanieren die modisch gekleideten Jugendlichen von Kapstadt über die Kloof Street oder die Long Street auf der tagsüber Cafés und kleine Shops und abends viele Bars und viel Nachtleben zu finden sind – etwa die Daddy Long Bar, die auf einer Dachterrasse mit Flughafentrailern Cocktails serviert.

Grüne Festivals
Grün ist in in Kapstadt – auch wenn es mit dem Recycling noch nicht stadtweit klappt. Festivals verbinden Umweltengagement, Musik und Spaß: Beim jährlichen Greenpop-Festival wird gemeinsam Wald aufgeforstet. Und bei speziellen Tours pflanzen Umweltfreunde Bäume in Townships, den Armensiedlungen von Kapstadt (greenpop.org).

Abseiling Afrika
Die Berge sind für Kapstadt so typisch wie das Meer. Über der Stadt thront das gewaltige Massiv des Tafelbergs, den Einheimische wie Touristen auf 300 verschiedenen, teils aber schlecht markierten Routen besteigen. 

Die Spitze des Tafelbergs ist eher ein riesiges Plateau, das oft von Wolken eingenebelt sind, die sich dann "Tischdecke" nennen – dort oben gibt es sogar einen Briefkasten, ein Café und viele Dazzies zu entdecken, murmeltierartige Faultiere, die sich auf den Klippen sonnen.

Am Seil zurück: Abseiling ist eine der Trendsportarten in Südafrika: Die Kletterer hangeln sich an den Bergwänden mit einem Seil hinunter – wie etwa eine 112 Meter lange Strecke auf dem Tafelberg. Noch schneller geht es mit der Seilbahn hinab.

Sprung ins Meer
Der Tagesausflug zum berühmten Kap der guten Hoffnung ist zwar ein Muss, doch das Meer ist in Kapstadt überall nah. Die Hafenpromenade der Waterfront mit ihren Läden und Restaurants ist ziemlich touristisch, schöner und entspannender ist ein Spaziergang an der Sea Point-Promenade. Fahrräder und Longboards sind leider nur auf dem Gehweg an der Straße entlang erlaubt.

Per Sammeltaxi lassen sich auch die kleinen, exklusiven Strände außerhalb des Zentrums wie die Strandabschnitte von Clifton Beach schnell erreichen. Weißer Sand, Berge, Meer – Zeitung und Beachball-Spiel nicht vergessen.

Im Freibad Sea Point Pavilion schwimmen die Kapstädter in Pools – direkt am Meer. Manchmal ist auch das Fernsehen dabei, denn hier werden Szenen für Werbespots oder Filme gedreht.
 
Südafrika auf Leinwand
Da Kapstadt wegen des schönen Wetters und der Natur oft Filmkulisse ist, lassen sich viele Orte auf der Leinwand wieder entdecken. 

Das Labia-Kino präsentiert in der Reihe "African Screen" viele afrikanische Produktionen – und ist das einzige Kino in Kapstadt, in dem das Publikum während der Vorstellungen Cocktails trinken kann. An manchen Tagen locken außerdem Sonderangebote: Ein Essen und Kinokarte für knapp vier Euro.

Spuren der Apartheid
Wer sich in Kapstadt von Café zu Café hangelt, bekommt das Gefühl in einer Stadt zu leben, in der alles trendy ist und es allen gut geht - aber das extreme soziale Gefälle ist nicht zu übersehen. 

Wer ein Gefühl für die unterschiedlichsten Realitäten in Kapstadt entwickeln möchte, sollte die Townships, die ausgedehnten Armenviertel außerhalb von Kapstadts Zentrum besuchen – allerdings mit einer geführten Tour. 

Viele der Siedlungen entstanden während der Apartheid: Bei der vom Staat angeordneten Rassentrennung wurde die schwarze und die "farbige" Bevölkerung in eigene Viertel abgeschoben. Über die Geschichte klärt auch das District Six Museum auf – und ehemalige Mithäftlinge von Nelson Mandela führen über die Gefängnisinsel Robben Island. 


Text und Fotos: Sonja Peteranderl</description>
			<content:encoded><![CDATA[
				<p><img src="http://www.respect.de/img/pool/416x/respect_AusblickTablemountain.jpg" align="left" style="margin: 0 10px 5px 0;" alt="" border="0" /></p><p>Atlantik-Bucht und Berge, In-Bars und Armut, kultureller Mix: Das als Hafenstützpunkt von niederländischen Seefahrern gegründete Kapstadt ist wohl die europäischste Stadt in Afrika.</p>
<p>Kleine Stadtviertel voller Häuser im viktorianischen Stil, eine touristisch belebte Hafenfront wie in San Francisco, relative Ordnung und Sicherheit, modisches Szenepublikum – und soziale Extreme. Respect.de zeigt, wie Jugendliche die Stadt am Besten entdecken können.</p>
<p><strong>Hipstermeilen</strong><br />
Stylischer als in Berlin flanieren die modisch gekleideten Jugendlichen von Kapstadt über die Kloof Street oder die Long Street auf der tagsüber Cafés und kleine Shops und abends viele Bars und viel Nachtleben zu finden sind – etwa die Daddy Long Bar, die auf einer Dachterrasse mit Flughafentrailern Cocktails serviert.</p>
<p><strong>Grüne Festivals</strong><br />
Grün ist in in Kapstadt – auch wenn es mit dem Recycling noch nicht stadtweit klappt. Festivals verbinden Umweltengagement, Musik und Spaß: Beim jährlichen Greenpop-Festival wird gemeinsam Wald aufgeforstet. Und bei speziellen Tours pflanzen Umweltfreunde Bäume in Townships, den Armensiedlungen von Kapstadt (greenpop.org).</p>
<p><strong>Abseiling Afrika</strong><br />
Die Berge sind für Kapstadt so typisch wie das Meer. Über der Stadt thront das gewaltige Massiv des Tafelbergs, den Einheimische wie Touristen auf 300 verschiedenen, teils aber schlecht markierten Routen besteigen. </p>
<p>Die Spitze des Tafelbergs ist eher ein riesiges Plateau, das oft von Wolken eingenebelt sind, die sich dann "Tischdecke" nennen – dort oben gibt es sogar einen Briefkasten, ein Café und viele Dazzies zu entdecken, murmeltierartige Faultiere, die sich auf den Klippen sonnen.</p>
<p>Am Seil zurück: Abseiling ist eine der Trendsportarten in Südafrika: Die Kletterer hangeln sich an den Bergwänden mit einem Seil hinunter – wie etwa eine 112 Meter lange Strecke auf dem Tafelberg. Noch schneller geht es mit der Seilbahn hinab.</p>
<p><strong>Sprung ins Meer</strong><br />
Der Tagesausflug zum berühmten Kap der guten Hoffnung ist zwar ein Muss, doch das Meer ist in Kapstadt überall nah. Die Hafenpromenade der Waterfront mit ihren Läden und Restaurants ist ziemlich touristisch, schöner und entspannender ist ein Spaziergang an der Sea Point-Promenade. Fahrräder und Longboards sind leider nur auf dem Gehweg an der Straße entlang erlaubt.</p>
<p>Per Sammeltaxi lassen sich auch die kleinen, exklusiven Strände außerhalb des Zentrums wie die Strandabschnitte von Clifton Beach schnell erreichen. Weißer Sand, Berge, Meer – Zeitung und Beachball-Spiel nicht vergessen.</p>
<p>Im Freibad Sea Point Pavilion schwimmen die Kapstädter in Pools – direkt am Meer. Manchmal ist auch das Fernsehen dabei, denn hier werden Szenen für Werbespots oder Filme gedreht.<br />
<strong>Südafrika auf Leinwand</strong><br />
Da Kapstadt wegen des schönen Wetters und der Natur oft Filmkulisse ist, lassen sich viele Orte auf der Leinwand wieder entdecken. </p>
<p>Das Labia-Kino präsentiert in der Reihe "African Screen" viele afrikanische Produktionen – und ist das einzige Kino in Kapstadt, in dem das Publikum während der Vorstellungen Cocktails trinken kann. An manchen Tagen locken außerdem Sonderangebote: Ein Essen und Kinokarte für knapp vier Euro.</p>
<p><strong>Spuren der Apartheid</strong><br />
Wer sich in Kapstadt von Café zu Café hangelt, bekommt das Gefühl in einer Stadt zu leben, in der alles trendy ist und es allen gut geht - aber das extreme soziale Gefälle ist nicht zu übersehen. </p>
<p>Wer ein Gefühl für die unterschiedlichsten Realitäten in Kapstadt entwickeln möchte, sollte die Townships, die ausgedehnten Armenviertel außerhalb von Kapstadts Zentrum besuchen – allerdings mit einer geführten Tour. </p>
<p>Viele der Siedlungen entstanden während der Apartheid: Bei der vom Staat angeordneten Rassentrennung wurde die schwarze und die "farbige" Bevölkerung in eigene Viertel abgeschoben. Über die Geschichte klärt auch das District Six Museum auf – und ehemalige Mithäftlinge von Nelson Mandela führen über die Gefängnisinsel Robben Island. </p>
<p>Text und Fotos: Sonja Peteranderl</p>
			]]></content:encoded>			<link>http://www.respect.de/projektblog/eintrag.php?eid=675</link>			<author>respect</author>						<comments>http://www.respect.de/projektblog/eintrag.php?eid=675</comments>			<guid>http://www.respect.de/projektblog/eintrag.php?eid=675</guid>			<pubDate>Wed, 09 May 2012 09:20:00 GMT</pubDate>																	</item>
				<item>
			<title>08.05.2012: Blind Dinner</title>
			<description>Sich jeden Tag woanders zum Essen einladen oder für fremde Menschen kochen: Die Online-Plattform Mitesszentrale bringt Fremde an einen Tisch.

Sushi zum Selberrollen in Nürnberg, Mascarpone-Parfait mit Erdbeeren in Hamburg, hausgemachte Frikadellen in Köln oder Schweizer Käsefondue in Stuttgart – die Online-Plattform Mitesszentrale.de vernetzt Gastgeber und hungrige Gäste, die Lust auf ein geselliges Essen und neue Bekanntschaften haben. 

5500 Mitglieder hat die nicht-kommerzielle Community schon, die im April 2010 von zwei Hobbyköchen gegründet wurde – und ich habe das Mitessen inzwischen auch ausprobiert. Die Anmeldung bei Mitesszentrale.de ist schnell und unkompliziert, nach dem Eintragen von Alter und Interessen, kulinarischen Vorlieben, Kurzbeschreibung und Foto kann ich Woche für Woche durch etwa ein Dutzend verschiedener Essensangebote deutschlandweit scrollen und mich mit einem Klick für das Essen bewerben.

Viele Hungrige, kaum Köche

Da es viel mehr potentielle Mitesser als Köche gibt, lohnt sich die schnelle Reaktion. Ein lateinamerikanisches Dinner ist leider schon voll besetzt, dafür meldet sich eine Woche später Marie, eine in Stuttgart aufgewachsene Französin, die in München studiert und eine thailändische Tom-Kha-Gai-Suppe kochen möchte. Wir tauschen nur eine Mail mit Adressen aus, Samstagabend stehe ich bei ihr vor der Tür.

Der Tisch in Maries Zwei-Zimmer-Wohnung ist gedeckt, eine Freundin von Marie und eine weitere Mitesserin stoßen mit einem Litschi-Grenadine-Sekt-Limetten-Cocktail in gezuckerten Sektgläsern gerade auf den Abend an – dann klingelt es an der Tür und der letzte Gast kommt dazu. "Das Spannende ist ja, dass du auf Leute triffst, ohne zu wissen, was dich erwartet", sagt Marie. 

Ausbruch aus dem Alltag

Die 27-Jährige ist weder einsam, noch ist sie auf der Suche nach einem Flirt: Sie hat erstmals mit einer Freundin zusammen für eine Mitesszentrale-Runde gekocht und fand es interessant, ins Leben von ganz verschiedenen Menschen hineinzuschnuppern. "Es geht mir mehr darum, aus dem Alltag auszubrechen", sagt Marie. "Ich will mir keinen neuen Freundeskreis aufbauen." Ihr Studium der Tiermedizin sei anspruchsvoll, viele würden vergessen, sich noch Zeit für anderes zu nehmen. 

Die Mitesszentrale bringt Abwechslung, denn die Koch- und Esswilligen sind bunt gemischt – Studenten und Berufstätige, Männer und Frauen von 17 bis 70 mit unterschiedlichsten Interessen treffen beim Essen nach dem Zufallsprinzip aufeinander. Marie will vorher so wenig wie möglich von ihren Gästen wissen – sie lässt sich lieber überraschen.

Von Surfbrettern und Rinder-OPs

Michel ist Ende 40 und in der Energiebranche tätig, hat früher ein paar Semester Architektur studiert, und noch früher ein Aussteigerleben geführt: Er ist lange durch die USA und Mexiko gereist, um dort zu surfen und hat spannende Anekdoten mitgebracht. Katharina, Ende 20, arbeitet als Assistenz der Geschäftsführung einer großen Getränkefirma, zufällig wohnt sie nur ein paar Häuser weiter, in der gleichen Straße wie Marie. 

Da Marie und ihre Kommilitonin Ariane gerade in einer Rinderklinik im Praktikum sind, erfahren wir beim Verzehr der thailändischen Tom-Kha-Gai-Suppe mit Jasminreis, wie man den verknoteten Magen einer Kuh wieder entwirrt.

Gute Gespräche, Menüs für Gourmets

Diskussionen und viel Persönliches – langweilig wird es an diesem Abend nie. Die Gespräche, ein bisschen Abenteuer durch Einblicke in fremde Leben und fremde Wohnzimmer sind wohl das Wichtigste an den über die Mitesszentrale organisierten Treffen, doch das Essen ist natürlich nicht nur Nebensache. 

Für durchschnittlich acht bis zehn Euro Unkostenbeteiligung erhält der Gast im fremden Wohnzimmer ein Menü mit meist zwei bis drei Gängen und Getränken – die Gastgeber verdienen nichts daran. Viele haben wie Marie einfach Spaß daran, einmal für eine größere Runde zu kochen – und auch Ausgefallenes zu servieren. Marie probiert immer etwas Neues aus – diesmal ist es die Mango-Creme-Brülée in kleinen, weißen Töpfchen mit Sesamkrokantkeksen.

Wiedersehen nicht ausgeschlossen

Erst um Mitternacht ist der Abend zuende, nachdem Marie noch eine Karaffe Wein ausgeschenkt und Espresso serviert hat. Alle tauschen E-Mailadressen aus und vergessen fast, die zehn Euro für das Essen zu zahlen. Vielleicht sieht man sich wieder, vielleicht auch nicht. 

Ein lustiger Abend mit einem leckeren Essen war es auf jeden Fall. Auch Köchin Marie hat neue Impuse bekommen. Bei ihrer Reise nach Florida im Sommer wird Marie bald auch Couchsurfing ausprobieren  – denn davon hatte Michel viel Positives erzählt.

Text: Sonja Peteranderl
Foto: Sifu Renka/Flickr</description>
			<content:encoded><![CDATA[
				<p>Sich jeden Tag woanders zum Essen einladen oder für fremde Menschen kochen: Die Online-Plattform Mitesszentrale bringt Fremde an einen Tisch.</p><p><img src="http://www.respect.de/img/pool/416x/Tom-Kha-Gai.jpg.jpg" align="left" style="margin: 0 10px 5px 0;" alt="Tom-Kha-Gai und andere leckere Dinge - die Mitesszentrale vernetzt Menschen, die gerne kochen, mit G&auml;sten, die gerne essen." border="0" /></p><p>Sushi zum Selberrollen in Nürnberg, Mascarpone-Parfait mit Erdbeeren in Hamburg, hausgemachte Frikadellen in Köln oder Schweizer Käsefondue in Stuttgart – die Online-Plattform Mitesszentrale.de vernetzt Gastgeber und hungrige Gäste, die Lust auf ein geselliges Essen und neue Bekanntschaften haben. </p>
<p>5500 Mitglieder hat die nicht-kommerzielle Community schon, die im April 2010 von zwei Hobbyköchen gegründet wurde – und ich habe das Mitessen inzwischen auch ausprobiert. Die Anmeldung bei Mitesszentrale.de ist schnell und unkompliziert, nach dem Eintragen von Alter und Interessen, kulinarischen Vorlieben, Kurzbeschreibung und Foto kann ich Woche für Woche durch etwa ein Dutzend verschiedener Essensangebote deutschlandweit scrollen und mich mit einem Klick für das Essen bewerben.</p>
<p><strong>Viele Hungrige, kaum Köche</strong></p>
<p>Da es viel mehr potentielle Mitesser als Köche gibt, lohnt sich die schnelle Reaktion. Ein lateinamerikanisches Dinner ist leider schon voll besetzt, dafür meldet sich eine Woche später Marie, eine in Stuttgart aufgewachsene Französin, die in München studiert und eine thailändische Tom-Kha-Gai-Suppe kochen möchte. Wir tauschen nur eine Mail mit Adressen aus, Samstagabend stehe ich bei ihr vor der Tür.</p>
<p>Der Tisch in Maries Zwei-Zimmer-Wohnung ist gedeckt, eine Freundin von Marie und eine weitere Mitesserin stoßen mit einem Litschi-Grenadine-Sekt-Limetten-Cocktail in gezuckerten Sektgläsern gerade auf den Abend an – dann klingelt es an der Tür und der letzte Gast kommt dazu. "Das Spannende ist ja, dass du auf Leute triffst, ohne zu wissen, was dich erwartet", sagt Marie. </p>
<p><strong>Ausbruch aus dem Alltag</strong></p>
<p>Die 27-Jährige ist weder einsam, noch ist sie auf der Suche nach einem Flirt: Sie hat erstmals mit einer Freundin zusammen für eine Mitesszentrale-Runde gekocht und fand es interessant, ins Leben von ganz verschiedenen Menschen hineinzuschnuppern. "Es geht mir mehr darum, aus dem Alltag auszubrechen", sagt Marie. "Ich will mir keinen neuen Freundeskreis aufbauen." Ihr Studium der Tiermedizin sei anspruchsvoll, viele würden vergessen, sich noch Zeit für anderes zu nehmen. </p>
<p>Die Mitesszentrale bringt Abwechslung, denn die Koch- und Esswilligen sind bunt gemischt – Studenten und Berufstätige, Männer und Frauen von 17 bis 70 mit unterschiedlichsten Interessen treffen beim Essen nach dem Zufallsprinzip aufeinander. Marie will vorher so wenig wie möglich von ihren Gästen wissen – sie lässt sich lieber überraschen.</p>
<p><strong>Von Surfbrettern und Rinder-OPs</strong></p>
<p>Michel ist Ende 40 und in der Energiebranche tätig, hat früher ein paar Semester Architektur studiert, und noch früher ein Aussteigerleben geführt: Er ist lange durch die USA und Mexiko gereist, um dort zu surfen und hat spannende Anekdoten mitgebracht. Katharina, Ende 20, arbeitet als Assistenz der Geschäftsführung einer großen Getränkefirma, zufällig wohnt sie nur ein paar Häuser weiter, in der gleichen Straße wie Marie. </p>
<p>Da Marie und ihre Kommilitonin Ariane gerade in einer Rinderklinik im Praktikum sind, erfahren wir beim Verzehr der thailändischen Tom-Kha-Gai-Suppe mit Jasminreis, wie man den verknoteten Magen einer Kuh wieder entwirrt.</p>
<p><strong>Gute Gespräche, Menüs für Gourmets</strong></p>
<p>Diskussionen und viel Persönliches – langweilig wird es an diesem Abend nie. Die Gespräche, ein bisschen Abenteuer durch Einblicke in fremde Leben und fremde Wohnzimmer sind wohl das Wichtigste an den über die Mitesszentrale organisierten Treffen, doch das Essen ist natürlich nicht nur Nebensache. </p>
<p>Für durchschnittlich acht bis zehn Euro Unkostenbeteiligung erhält der Gast im fremden Wohnzimmer ein Menü mit meist zwei bis drei Gängen und Getränken – die Gastgeber verdienen nichts daran. Viele haben wie Marie einfach Spaß daran, einmal für eine größere Runde zu kochen – und auch Ausgefallenes zu servieren. Marie probiert immer etwas Neues aus – diesmal ist es die Mango-Creme-Brülée in kleinen, weißen Töpfchen mit Sesamkrokantkeksen.</p>
<p><strong>Wiedersehen nicht ausgeschlossen</strong></p>
<p>Erst um Mitternacht ist der Abend zuende, nachdem Marie noch eine Karaffe Wein ausgeschenkt und Espresso serviert hat. Alle tauschen E-Mailadressen aus und vergessen fast, die zehn Euro für das Essen zu zahlen. Vielleicht sieht man sich wieder, vielleicht auch nicht. </p>
<p>Ein lustiger Abend mit einem leckeren Essen war es auf jeden Fall. Auch Köchin Marie hat neue Impuse bekommen. Bei ihrer Reise nach Florida im Sommer wird Marie bald auch Couchsurfing ausprobieren  – denn davon hatte Michel viel Positives erzählt.</p>
<p><em>Text: Sonja Peteranderl<br />
Foto: Sifu Renka/Flickr</em></p>
			]]></content:encoded>			<link>http://www.respect.de/projektblog/eintrag.php?eid=476</link>			<author>Sonja</author>						<comments>http://www.respect.de/projektblog/eintrag.php?eid=476</comments>			<guid>http://www.respect.de/projektblog/eintrag.php?eid=476</guid>			<pubDate>Tue, 08 May 2012 08:00:00 GMT</pubDate>																	</item>
				<item>
			<title>06.05.2012: Surftipps am Sonntag</title>
			<description>

GENDERBENDER: 
Klassische Werbung teilt das Lebensgefühl von Jungs und Mädchen immer noch streng in hellblau und rosa ein. Und das mit Allem was dazugehört – Bagger für Jungs und Babypuppen für Mädchen. Jonathan McIntosh hatte keine Lust mehr auf diese Rollenklischees. Mit seinem Programm genderremixer kann man Werbung für girls and boys fröhlich zusammenmixen. 

ELEKTRISCHE OHREN: 
Enno Park war 20 Jahre lang gehörlos. 2011 bekam er zwei Cochlea-Implantate. Wie sich sein Leben mit den "elektrischen Ohren" vor und nach der OP anfühlt hat er auf seinem Blog "die Ennomane" aufgeschrieben. Auch zur scheinbaren Gegensätzlichkeit von Prothetik und Inklusion äußert er sich. 

DER ANFANG: 
Eine Menge berühmter Filmgesichter und ihren ersten Auftritt im Moviebiz findest du hier. 

KOMPLIZIERTES EINFACH MACHEN: 
Die Macher des Youtube-Channels "explainity" erklären in kurzen Filmen komplizierte Sachverhalte im Logostil, z.B. wie die Präsidentenwahl der USA funktioniert oder was Ratingagenturen sind und was sie mit der Finanzkrise zu tun haben.

foto by hofschlaeger/pixelio</description>
			<content:encoded><![CDATA[
				<p><img src="http://www.respect.de/img/pool/416x/faust.jpg" align="left" style="margin: 0 10px 5px 0;" alt="" border="0" /></p><p><strong><a href="http://www.youtube.com/watch?v=AymIkcnfJvw" xml:lang="en" lang="en">GENDERBENDER:</a></strong><br />
Klassische Werbung teilt das Lebensgefühl von Jungs und Mädchen immer noch streng in hellblau und rosa ein. Und das mit Allem was dazugehört – Bagger für Jungs und Babypuppen für Mädchen. <span xml:lang="en" lang="en">Jonathan McIntosh</span> hatte keine Lust mehr auf diese Rollenklischees. Mit seinem Programm <a href="http://www.genderremixer.com/" xml:lang="en" lang="en">genderremixer</a> kann man Werbung für <span xml:lang="en" lang="en">girls and boys</span> fröhlich zusammenmixen. </p>
<p><strong><a href="http://www.youtube.com/watch?v=1QB2xwg_xPg">ELEKTRISCHE OHREN:</a></strong><br />
Enno Park war 20 Jahre lang gehörlos. 2011 bekam er zwei Cochlea-Implantate. Wie sich sein Leben mit den "elektrischen Ohren" vor und nach der OP anfühlt hat er auf seinem Blog <a href="http://www.ennomane.de/das-elektrische-ohr/">"die Ennomane"</a> aufgeschrieben. Auch zur scheinbaren Gegensätzlichkeit von Prothetik und Inklusion <a href="http://www.ennomane.de/2012/01/09/prothetik-und-inklusion-sind-kein-gegensatz/">äußert er sich</a>. </p>
<p><strong><a href="http://www.youtube.com/watch?v=3EIm1PS10CY">DER ANFANG:</a></strong><br />
Eine Menge berühmter Filmgesichter und ihren ersten Auftritt im Moviebiz findest du <a href="http://vimeo.com/39315372">hier</a>. </p>
<p><strong><a href="http://www.youtube.com/watch?v=4wOoLLDXbDY">KOMPLIZIERTES EINFACH MACHEN:</a></strong><br />
Die Macher des <a href="http://www.youtube.com/user/explainity" xml:lang="en" lang="en">Youtube-Channels "explainity</a>" erklären in kurzen Filmen komplizierte Sachverhalte im Logostil, z.B. wie die Präsidentenwahl der USA funktioniert oder was Ratingagenturen sind und was sie mit der Finanzkrise zu tun haben.</p>
<p><a href="http://www.pixelio.de/media/94065">foto by hofschlaeger/pixelio</a></p>
			]]></content:encoded>			<link>http://www.respect.de/projektblog/eintrag.php?eid=677</link>			<author>Anika</author>						<comments>http://www.respect.de/projektblog/eintrag.php?eid=677</comments>			<guid>http://www.respect.de/projektblog/eintrag.php?eid=677</guid>			<pubDate>Sun, 06 May 2012 18:45:00 GMT</pubDate>																	</item>
				<item>
			<title>05.05.2012: Spot an: Was ist Inklusion?</title>
			<description>

Eine Gesellschaft besteht aus Menschen, logisch. Diese Mensch sind verschieden, in vielerlei Hinsicht: Braune Augen, rote Haare, klein, groß, dick, dünn. Sie kommen aus verschiedenen Ländern, gehören unterschiedlichen Religionen an und vertreten unterschiedliche Meinungen. Außerdem haben sie individuelle Fähigkeiten. 

Inklusion meint, dass jeder Mensch die Möglichkeit erhalten soll, sich vollständig und gleichberechtigt in die Gesellschaft einbringen zu können. Und zwar von Anfang an.

Die Aktion Mensch erklärt euch in 80 Sekunden, was Inklusion ist.</description>
			<content:encoded><![CDATA[
				<p><img src="http://www.respect.de/img/pool/416x/rettesichwerkannklein.jpg" align="left" style="margin: 0 10px 5px 0;" alt="" border="0" /></p><p>Eine Gesellschaft besteht aus Menschen, logisch. Diese Mensch sind verschieden, in vielerlei Hinsicht: Braune Augen, rote Haare, klein, groß, dick, dünn. Sie kommen aus verschiedenen Ländern, gehören unterschiedlichen Religionen an und vertreten unterschiedliche Meinungen. Außerdem haben sie individuelle Fähigkeiten. </p>
<p>Inklusion meint, dass jeder Mensch die Möglichkeit erhalten soll, sich vollständig und gleichberechtigt in die Gesellschaft einbringen zu können. Und zwar von Anfang an.</p>
<p>Die Aktion Mensch erklärt euch in <a href="http://www.aktion-mensch.de/inklusion/inklusion.php">80 Sekunden</a>, was Inklusion ist.</p>
			]]></content:encoded>			<link>http://www.respect.de/projektblog/eintrag.php?eid=676</link>			<author>respect</author>						<comments>http://www.respect.de/projektblog/eintrag.php?eid=676</comments>			<guid>http://www.respect.de/projektblog/eintrag.php?eid=676</guid>			<pubDate>Sat, 05 May 2012 07:45:00 GMT</pubDate>																	</item>
				<item>
			<title>04.05.2012: Schwarzweiß-Denken abschaffen und Grenzen sprengen!</title>
			<description>

Wer bei Edgar Wallis an Schwarzweiß-Krimis denkt, hat noch nichts von Afrodeutsch-Rap gehört, ein neues Musikgenre, das sich in keine Schublade stecken lässt. Lest bei respect, wie Musik überflüssige Barrieren im Kopf auflösen kann.</description>
			<content:encoded><![CDATA[
				<p><img src="http://www.respect.de/img/pool/416x/edgarwallis_klein.jpg" align="left" style="margin: 0 10px 5px 0;" alt="" border="0" /></p><p>Wer bei Edgar Wallis an Schwarzweiß-Krimis denkt, hat noch nichts von Afrodeutsch-Rap gehört, ein neues Musikgenre, das sich in keine Schublade stecken lässt. Lest bei respect, wie Musik <a href="http://www.respect.de/themen/edgar-wallis.php">überflüssige Barrieren im Kopf</a> auflösen kann.</p>
			]]></content:encoded>			<link>http://www.respect.de/projektblog/eintrag.php?eid=678</link>			<author>respect</author>						<comments>http://www.respect.de/projektblog/eintrag.php?eid=678</comments>			<guid>http://www.respect.de/projektblog/eintrag.php?eid=678</guid>			<pubDate>Fri, 04 May 2012 09:31:00 GMT</pubDate>																	</item>
				<item>
			<title>03.05.2012: respect Podcast #80: Stadt, Land, Fluss?</title>
			<description>Junge Menschen wollen langfristig wieder raus, aufs Land. Dabei war in den letzten Jahren der größte Zuwachs an Einwohnern bei Großstädten unter 500.000 Einwohnern zu verzeichnen. 2005 betrug der Anteil der Stadtbevölkerung in Deutschland 85 Prozent. Im Vergleich dazu: Um 1800 lebten nur ein Viertel aller Deutschen in der Großstadt. Warum das so ist: Das erfahrt Ihr diese Woche im Podcast.

 Foto: nimkenja pixelio.de; Musik: Freeplaymusic.com; Mit Material aus: Youtube</description>
			<content:encoded><![CDATA[
				<p>Junge Menschen wollen langfristig wieder raus, aufs Land. Dabei war in den letzten Jahren der größte Zuwachs an Einwohnern bei Großstädten unter 500.000 Einwohnern zu verzeichnen. 2005 betrug der Anteil der Stadtbevölkerung in Deutschland 85 Prozent. Im Vergleich dazu: Um 1800 lebten nur ein Viertel aller Deutschen in der Großstadt. Warum das so ist: Das erfahrt Ihr diese Woche im Podcast.</p><p><img src="http://www.respect.de/img/pool/416x/fuesse.jpg" align="left" style="margin: 0 10px 5px 0;" alt="F&uuml;&szlig;e in der gr&uuml;nen Wiese" border="0" /></p><p><em> Foto: nimkenja <a href="http://pixelio.de">pixelio.de</a>; Musik: Freeplaymusic.com; Mit Material aus: Youtube</em></p>
			]]></content:encoded>			<link>http://www.respect.de/projektblog/eintrag.php?eid=648</link>			<author>Felix</author>						<comments>http://www.respect.de/projektblog/eintrag.php?eid=648</comments>			<guid>http://www.respect.de/projektblog/eintrag.php?eid=648</guid>			<pubDate>Thu, 03 May 2012 08:09:00 GMT</pubDate>			<itunes:author>Felix</itunes:author>									<enclosure url="http://www.respect.de/projektblog/podcast/stadtleben.mp3" length="2927058" type="audio/mpeg"/>			<itunes:duration>3:03</itunes:duration>		</item>
				<item>
			<title>01.05.2012: Ein Jahr im Township</title>
			<description>

Ein Hund hinkt über die Straße, immer wieder preschen weiße Minibusse vorbei, dann ein klappriger Pferdekarren – Vincent Köhler laviert sein Auto trotzdem routiniert durch den Hindernisparcours, vorbei an Wellblechhüten und kleinen Häusern, dicht an dicht.

Inzwischen kennt der 21-jährige Berliner sich im Township Philippi aus – in der südafrikanischen Armensiedlung bei Kapstadt arbeitet er seit einem Jahr. "Anfangs habe ich mich immer und überall verfahren", sagt Köhler. "Man weiß nie, welche Straße plötzlich aufhört oder doch in eine andere übergeht."

Und er hat gelernt: Mit der unberechenbaren "Minibus-Mafia" legt sich besser niemand an – den Sammeltaxen, die oft für Karambolagen sorgen, lässt jeder Kapstädter die Vorfahrt.

Grenzen austesten
Seit August 2011 lebt Vincent Köhler in Südafrika – und arbeitet in dem Jugendzentrum iThemba Labantu in der Armensiedlung Philippi, erledigt Aufgaben wie Poster- und Flyergestaltung, betreut eine Kindergruppe und hilft bei ihren Hausaufgaben, geht mit ihnen schwimmen, begleitet auch manchmal Jugendliche zur Universität.

"50 Kinder in einem deutschen Kindergarten sind nicht weniger anstrengend", sagt Vincent, der schon in Berlin ein Kinderfußballteam geleitet und als Babysitter gejobbt hat. "Aber am Anfang haben die Kids hier Grenzen ausgetestet und da dachte ich nur: Oh Gott."

Verwüstung im Klassenzimmer
Einmal klaute die Kinderklasse sich ein Getränk, das erst für später bestimmt war, und warf Vincents Heft durch die Gegend – während er kurz neue Bücher holte. Dass die Kinder auch noch lachten, als er danach versuchte, eine "Moralpredigt" zu halten, habe ihn wütend gemacht.

"Ich fand es schwer mich durchzusetzen, jetzt klappt das ganz gut", sagt er. Er kann die Kinder besser einschätzen und hat einen "guten Draht" zu ihnen. Notfalls lässt Vincent Kinder nachsitzen, bis sie wenigstens einen Teil der Hausaufgaben erledigt haben.

In seiner Zeit als Freiwilliger habe er "unendlich viele Erfahrungen" gesammelt, sagt der Berliner. Auch mehr Selbstsicherheit, bessere Englischkenntnisse, mehr Kinderkompetenz gewonnen – und die Kinder bringen ihm die Klicklaute der afrikanischen Xhosa-Sprache bei.

Township – nicht nur "gruselig"
Mit den zwei anderen Freiwilligen von iThemba Labantu, mit denen er sich auch das Auto teilt, lebt Vincent Köhler am Rande von Philippi – allerdings nicht in einer Township-Blechhütte, sondern in einem umzäunten Haus.

"Am Anfang hört man immer im Township sei alles nur gruselig und schlimm, von der hohen Mordrate und Drogen, alles Negative", sagt er. "Aber was ich zum Beispiel toll finde, ist die Offenheit: Es ist leichter aufeinander zuzugehen, miteinander ins Gespräch zu kommen."

Er kennt auch Jugendliche, die im Township aufgewachsen sind, studieren – und trotzdem nicht wegziehen möchten. Am meisten stört ihn, dass er nicht einfach alleine durch die Siedlung spazieren kann – Berlin durchquert er oft mit dem Fahrrad.

Bald ist Vincent Köhlers Leben in Philippi auch schon wieder vorbei: Im August 2011 fliegt er zurück nach Deutschland, um Wirtschaftsingenieurswesen zu studieren. Dass er während seines Studiums viel Zeit im Ausland verbringen möchte, steht jetzt schon fest.


Text und Fotos: Sonja Peteranderl</description>
			<content:encoded><![CDATA[
				<p><img src="http://www.respect.de/img/pool/416x/respect_Vincent.jpg" align="left" style="margin: 0 10px 5px 0;" alt="" border="0" /></p><p>Ein Hund hinkt über die Straße, immer wieder preschen weiße Minibusse vorbei, dann ein klappriger Pferdekarren – Vincent Köhler laviert sein Auto trotzdem routiniert durch den Hindernisparcours, vorbei an Wellblechhüten und kleinen Häusern, dicht an dicht.</p>
<p>Inzwischen kennt der 21-jährige Berliner sich im Township Philippi aus – in der südafrikanischen Armensiedlung bei Kapstadt arbeitet er seit einem Jahr. "Anfangs habe ich mich immer und überall verfahren", sagt Köhler. "Man weiß nie, welche Straße plötzlich aufhört oder doch in eine andere übergeht."</p>
<p>Und er hat gelernt: Mit der unberechenbaren "Minibus-Mafia" legt sich besser niemand an – den Sammeltaxen, die oft für Karambolagen sorgen, lässt jeder Kapstädter die Vorfahrt.</p>
<p><strong>Grenzen austesten</strong><br />
Seit August 2011 lebt Vincent Köhler in Südafrika – und arbeitet in dem Jugendzentrum iThemba Labantu in der Armensiedlung Philippi, erledigt Aufgaben wie Poster- und Flyergestaltung, betreut eine Kindergruppe und hilft bei ihren Hausaufgaben, geht mit ihnen schwimmen, begleitet auch manchmal Jugendliche zur Universität.</p>
<p>"50 Kinder in einem deutschen Kindergarten sind nicht weniger anstrengend", sagt Vincent, der schon in Berlin ein Kinderfußballteam geleitet und als Babysitter gejobbt hat. "Aber am Anfang haben die Kids hier Grenzen ausgetestet und da dachte ich nur: Oh Gott."</p>
<p><strong>Verwüstung im Klassenzimmer</strong><br />
Einmal klaute die Kinderklasse sich ein Getränk, das erst für später bestimmt war, und warf Vincents Heft durch die Gegend – während er kurz neue Bücher holte. Dass die Kinder auch noch lachten, als er danach versuchte, eine "Moralpredigt" zu halten, habe ihn wütend gemacht.</p>
<p>"Ich fand es schwer mich durchzusetzen, jetzt klappt das ganz gut", sagt er. Er kann die Kinder besser einschätzen und hat einen "guten Draht" zu ihnen. Notfalls lässt Vincent Kinder nachsitzen, bis sie wenigstens einen Teil der Hausaufgaben erledigt haben.</p>
<p>In seiner Zeit als Freiwilliger habe er "unendlich viele Erfahrungen" gesammelt, sagt der Berliner. Auch mehr Selbstsicherheit, bessere Englischkenntnisse, mehr Kinderkompetenz gewonnen – und die Kinder bringen ihm die Klicklaute der afrikanischen Xhosa-Sprache bei.</p>
<p><strong>Township – nicht nur "gruselig"</strong><br />
Mit den zwei anderen Freiwilligen von iThemba Labantu, mit denen er sich auch das Auto teilt, lebt Vincent Köhler am Rande von Philippi – allerdings nicht in einer Township-Blechhütte, sondern in einem umzäunten Haus.</p>
<p>"Am Anfang hört man immer im Township sei alles nur gruselig und schlimm, von der hohen Mordrate und Drogen, alles Negative", sagt er. "Aber was ich zum Beispiel toll finde, ist die Offenheit: Es ist leichter aufeinander zuzugehen, miteinander ins Gespräch zu kommen."</p>
<p>Er kennt auch Jugendliche, die im Township aufgewachsen sind, studieren – und trotzdem nicht wegziehen möchten. Am meisten stört ihn, dass er nicht einfach alleine durch die Siedlung spazieren kann – Berlin durchquert er oft mit dem Fahrrad.</p>
<p>Bald ist Vincent Köhlers Leben in Philippi auch schon wieder vorbei: Im August 2011 fliegt er zurück nach Deutschland, um Wirtschaftsingenieurswesen zu studieren. Dass er während seines Studiums viel Zeit im Ausland verbringen möchte, steht jetzt schon fest.</p>
<p>Text und Fotos: Sonja Peteranderl</p>
			]]></content:encoded>			<link>http://www.respect.de/projektblog/eintrag.php?eid=674</link>			<author>respect</author>						<comments>http://www.respect.de/projektblog/eintrag.php?eid=674</comments>			<guid>http://www.respect.de/projektblog/eintrag.php?eid=674</guid>			<pubDate>Tue, 01 May 2012 11:08:00 GMT</pubDate>																	</item>
				<item>
			<title>30.04.2012: Salto mit dem Rolli</title>
			<description>Aaron sitzt im Rollstuhl – und manchmal fliegt er auch damit.  Der 18-Jähriger aus Las Vegas nennt seine Tricks mit dem Rolli "hardcore sitting".

Nur die Augen blitzen durch den Schlitz des schwarzen Helms. Ein Blick auf der Suche nach Adrenalin.  Aaron Fotheringham steht, im Rollstuhl, auf einer hohen Rampe. Er reißt den Arm hoch und ballt die Faust bevor er sich die Rampe hinunterstürzt. Wie in Zeitlupe gleitet er die Holzbahn hinab. Er löst sich von der Rampe und fliegt durch die Luft, dreht sich, bevor er auf dem anderen Teil der Rampe wieder landet. Jubel. Er hat den Rückwärtssalto mit seinem Rollstuhl geschafft, ohne zu stürzen. Aaron ist in seinem Sport der Beste – hardcore sitting hat er sein Hobby getauft.

Der Rollstuhl, sein bester Freund

Aaron wurde 1991 in Las Vegas geboren. Seit seiner frühen Kindheit ist er wegen eines Defekts in der Wirbelsäule an den Rollstuhl gefesselt. Mit acht Jahren nimmt ihn sein Bruder Brian mit in den Skatepark. Aaron sieht Skater und Jugendliche mit BMX-Rädern ihre Tricks machen. Schon nach fünf Minuten treibt es ihn ebenfalls auf die Rampen. Mittlerweile dreht er sich auf einem Rad oder fährt die Rampe hoch und hält sich nur noch mit einer Hand fest, dabei streckt er seinen Beine und den Rollstuhl in die Höhe. 

In einem Interview gibt er zu: "Vierzigmal am Tag falle ich hin". Zurück bleiben kleinere Blessuren, von wirklich schweren Unfällen ist Aaron bisher verschont geblieben. Sein Rollstuhl ist speziell für seinen Sport ausgelegt und mit Spezialfederungen versehen. Aaron erzählt weiter: "Mit meinem Rollstuhl verbringe ich die meiste Zeit, er ist mein Freund." Sein großer Traum ist es, einen doppelten Rückwärtssalto zu schaffen, sagt er im Alter von 15 Jahren.

"Mum, ich habe es geschafft"

Drei Jahre später erfüllt sich sein Traum: Mit einem Gummiband ausgestattet, um mehr Schwung zu bekommen, wiederholt er den zweifachen Überschlag immer wieder. Mal kracht er auf den Brustkorb, ein anderes mal hat er zu viel Schwung und landet auf dem Rücken. Aaron ist kein Mensch, der aufgibt – als er den Trick schafft und auf beiden Reifen landet, können sich seine Skaterfreunde nicht mehr zurückhalten, kommen angelaufen und umarmen Aaron. Als erste Tat nach seinem Kunststück, ruft Aaron seiner Mutter an: "Mum, rate was ich gerade geschafft habe; ich habe den ersten Double-Backflip in einem Rollstuhl gestanden."

Aaron ist schon immer ein Kämpfer. Bereits im Kindesalter tut er all das, was seine gleichaltrigen Freunde machen. Er musste nur immer herausfinden, wie es für ihn funktioniert. Mit seinem Sport will er vor allem jugendlichen Rollstuhlfahrern Möglichkeiten aufzeigen. In verschiedenen Sommercamps hat er Jugendlichen im Rollstuhl als Trainer, aber auch als Mentor gedient. Immer nach dem Motto: "Ein Rollstuhl muss keine Einschränkung sein, er kann auch Spielzeug sein."

Die Homepage von Aaron - mit Videos seiner Kunststücke

Text: Caspar Schlenk
Illustration: Victor Treushchenko</description>
			<content:encoded><![CDATA[
				<p>Aaron sitzt im Rollstuhl – und manchmal fliegt er auch damit.  Der 18-Jähriger aus Las Vegas nennt seine Tricks mit dem Rolli "hardcore sitting".</p><p><img src="http://www.respect.de/img/pool/416x/projektblog/sport_action/rollstuhl-extreme_klein.jpg" align="left" style="margin: 0 10px 5px 0;" alt="Aaron h&auml;lt sich nur am &auml;u&szlig;ersten Rand der Rampe fest und streckt seine F&uuml;&szlig;e samt Rollstuhl in die Luft" border="0" /></p><p>Nur die Augen blitzen durch den Schlitz des schwarzen Helms. Ein Blick auf der Suche nach Adrenalin.  Aaron Fotheringham steht, im Rollstuhl, auf einer hohen Rampe. Er reißt den Arm hoch und ballt die Faust bevor er sich die Rampe hinunterstürzt. Wie in Zeitlupe gleitet er die Holzbahn hinab. Er löst sich von der Rampe und fliegt durch die Luft, dreht sich, bevor er auf dem anderen Teil der Rampe wieder landet. Jubel. Er hat den Rückwärtssalto mit seinem Rollstuhl geschafft, ohne zu stürzen. Aaron ist in seinem Sport der Beste – hardcore sitting hat er sein Hobby getauft.</p>
<p><strong>Der Rollstuhl, sein bester Freund</strong></p>
<p>Aaron wurde 1991 in Las Vegas geboren. Seit seiner frühen Kindheit ist er wegen eines Defekts in der Wirbelsäule an den Rollstuhl gefesselt. Mit acht Jahren nimmt ihn sein Bruder Brian mit in den Skatepark. Aaron sieht Skater und Jugendliche mit BMX-Rädern ihre Tricks machen. Schon nach fünf Minuten treibt es ihn ebenfalls auf die Rampen. Mittlerweile dreht er sich auf einem Rad oder fährt die Rampe hoch und hält sich nur noch mit einer Hand fest, dabei streckt er seinen Beine und den Rollstuhl in die Höhe. </p>
<p>In einem Interview gibt er zu: "Vierzigmal am Tag falle ich hin". Zurück bleiben kleinere Blessuren, von wirklich schweren Unfällen ist Aaron bisher verschont geblieben. Sein Rollstuhl ist speziell für seinen Sport ausgelegt und mit Spezialfederungen versehen. Aaron erzählt weiter: "Mit meinem Rollstuhl verbringe ich die meiste Zeit, er ist mein Freund." Sein großer Traum ist es, einen doppelten Rückwärtssalto zu schaffen, sagt er im Alter von 15 Jahren.</p>
<p><strong>"Mum, ich habe es geschafft"</strong></p>
<p>Drei Jahre später erfüllt sich sein Traum: Mit einem Gummiband ausgestattet, um mehr Schwung zu bekommen, wiederholt er den zweifachen Überschlag immer wieder. Mal kracht er auf den Brustkorb, ein anderes mal hat er zu viel Schwung und landet auf dem Rücken. Aaron ist kein Mensch, der aufgibt – als er den Trick schafft und auf beiden Reifen landet, können sich seine Skaterfreunde nicht mehr zurückhalten, kommen angelaufen und umarmen Aaron. Als erste Tat nach seinem Kunststück, ruft Aaron seiner Mutter an: "Mum, rate was ich gerade geschafft habe; ich habe den ersten Double-Backflip in einem Rollstuhl gestanden."</p>
<p>Aaron ist schon immer ein Kämpfer. Bereits im Kindesalter tut er all das, was seine gleichaltrigen Freunde machen. Er musste nur immer herausfinden, wie es für ihn funktioniert. Mit seinem Sport will er vor allem jugendlichen Rollstuhlfahrern Möglichkeiten aufzeigen. In verschiedenen Sommercamps hat er Jugendlichen im Rollstuhl als Trainer, aber auch als Mentor gedient. Immer nach dem Motto: "Ein Rollstuhl muss keine Einschränkung sein, er kann auch Spielzeug sein."</p>
<p><a href="http://www.aaronfotheringham.com">Die Homepage von Aaron</a> - mit Videos seiner Kunststücke</p>
<p><em>Text: Caspar Schlenk<br />
Illustration: Victor Treushchenko</em></p>
			]]></content:encoded>			<link>http://www.respect.de/projektblog/eintrag.php?eid=351</link>			<author>Caspar</author>						<comments>http://www.respect.de/projektblog/eintrag.php?eid=351</comments>			<guid>http://www.respect.de/projektblog/eintrag.php?eid=351</guid>			<pubDate>Mon, 30 Apr 2012 08:00:00 GMT</pubDate>																	</item>
				<item>
			<title>29.04.2012: Surftipps am Sonntag</title>
			<description>

WUTBRIEFE: 
Jeder Blick in die Tageszeitung bringt dich zur Weissglut; ins Internet gehst du gar nicht mehr, weil dich einfach jede Meldung aufregt? Schreib dir deinen Frust lieber von der Seele. Das geht ganz einfach mit den Satzbausteinen der Seite "offener Brief". Wahlweise kannst du dir deinen Brief sogar als Gedicht "grassifizieren" lassen. 

HELD DER LOOPS: 
Dieser stark behaarte Mann hier nennt sich Beardyman und kann mit seiner Stimme fast alles. 

ORIGINAL: 
... und Fälschung. Das hier ist der Kurt Cobain von Peru. In Südamerika eine Sensation bei uns im Rheinland findet man so jemanden an jedem Lagerfeuer. 

NACHAHMUNG: 
Der Mensch ist halt auch nur ein mutiertes Äffchen. Wir lernen durch Nachahmung. Dieses uralte Experiment zeigt, wie sehr wir dazu neigen, unser Verhalten an das der sich in unserem Umfeld befindlichen Menschen anzupassen.

Foto Vobaer/pixelio</description>
			<content:encoded><![CDATA[
				<p><img src="http://www.respect.de/img/pool/416x/ringring.jpg" align="left" style="margin: 0 10px 5px 0;" alt="" border="0" /></p><p><strong><a href="http://www.youtube.com/watch?v=x8MIJbcsAMI">WUTBRIEFE:</a></strong><br />
Jeder Blick in die Tageszeitung bringt dich zur Weissglut; ins Internet gehst du gar nicht mehr, weil dich einfach jede Meldung aufregt? Schreib dir deinen Frust lieber von der Seele. Das geht ganz einfach mit den Satzbausteinen der Seite "<a href="http://wortfeld.de/offenerbrief/">offener Brief</a>". Wahlweise kannst du dir deinen Brief sogar als Gedicht "grassifizieren" lassen. </p>
<p><strong><a href="http://www.youtube.com/watch?v=l0NBNRae_fo&amp;feature=related">HELD DER <span xml:lang="en" lang="en">LOOPS</span>:</a></strong><br />
Dieser stark behaarte Mann hier nennt sich <a href="http://www.youtube.com/watch?v=qciVXUHTN10&amp;feature=related" xml:lang="en" lang="en">Beardyman</a> und kann mit seiner Stimme fast alles. </p>
<p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=eqCs1HPo_Ug">ORIGINAL:</a><br />
... und Fälschung. <a href="http://www.youtube.com/watch?v=jvAcyAJXqrs">Das hier</a> ist der <span xml:lang="en" lang="en">Kurt Cobain</span> von Peru. In Südamerika eine Sensation bei uns im Rheinland findet man so jemanden an jedem Lagerfeuer. </p>
<p><strong><a href="http://www.youtube.com/watch?v=qQjf8i-CICM">NACHAHMUNG:</a></strong><br />
Der Mensch ist halt auch nur ein mutiertes Äffchen. Wir lernen durch Nachahmung. <a href="http://eco2001.wordpress.com/2012/04/18/gruppendruck/">Dieses uralte Experiment</a> zeigt, wie sehr wir dazu neigen, unser Verhalten an das der sich in unserem Umfeld befindlichen Menschen anzupassen.</p>
<p>Foto <a href="http://www.pixelio.de/media/576054">Vobaer/pixelio</a></p>
			]]></content:encoded>			<link>http://www.respect.de/projektblog/eintrag.php?eid=673</link>			<author>Anika</author>						<comments>http://www.respect.de/projektblog/eintrag.php?eid=673</comments>			<guid>http://www.respect.de/projektblog/eintrag.php?eid=673</guid>			<pubDate>Sun, 29 Apr 2012 07:35:00 GMT</pubDate>																	</item>
				<item>
			<title>27.04.2012: Singstar Nr. 1 - so atmest du richtig</title>
			<description>

Du bist die Sängerin/der Sänger in deiner Band. Vielleicht war das immer schon dein Traum, vielleicht habt ihr in der Band aber auch gelost und du hast verloren. In beiden Fällen spielt das richtige Atmen eine große Rolle für die Qualität des Gesangs. 

Singen ist ein Ganzkörpersport und das richtige Atmen eine der wesentlichen Techniken, die ein guter Sänger/eine gute Sängerin draufhaben sollte. Lungen, Zwerchfell, Zunge, Lippen, Brustkorb – sie alle sind wichtig für die Tonbildung. Viele Sänger und Sängerinnen stärken ihre Bauchmuskeln mit Sit-Ups und ihre Lungen mit Ausdauertraining.
	
Wer beim Singen einen hochroten Kopf bekommt, der atmet hundertprozentig falsch. Ja, man kann falsch atmen! Aber wie macht man es richtig? Babys machen uns das jeden Tag vor. Ist doch wahnsinnig, was für eine Lautstärke sie aus ihren kleinen Körpern herausholen. Das liegt vor allem daran, dass Babys instinktiv richtig in Bauch und Brust atmen. Je älter wir werden, desto häufiger vergessen wir, auf diese richtige Art einzuatmen. Um es wieder zu lernen, leg dich zunächst auf den Rücken, strecke deine Arme nach oben und hol ganz tief Luft. Merkst du, wie viel Luft in deinen Körper passt? Jetzt blase die Luft in kurzen Stößen durch den Mund wieder aus, bis du wieder Luft holen musst. Die Impulse müssen dabei aus deinem Bauch kommen – am Besten aus deinem Zwerchfell. Die zweite Übung besteht darin, mit dem Schwung des Ausatmens direkt wieder einzuatmen. Ähnlich einem Blasebalg, mit dem man im Sommer sein Schlauchboot aufpumpt (sobald du deinen Fuß vom zusammengedrückten Blasebalg nimmst, füllt sich dieser wieder mit Luft). Versuche dabei nicht zu verkrampfen, sondern die Luft einfach machen zu lassen. Forme deine Lippen so als würdest du pfeifen wollen und drücke die Luft impulsiv aus dir raus. Beim Einatmen öffnest du deinen Mund etwas weiter. Und – klappt’s?

Was bringt diese Übung? Sie soll dir dabei helfen mehr Luft einzuatmen und diese später beim Singen besser kontrollieren zu können. Denn nur so lernst du, Töne stabiler zu halten und damit weniger schief zu singen. Viele ungeübte Sänger/Sängerinnen versuchen mangelnde Luftvorräte mit eisernem Willen zu kompensieren. Sie pressen die Töne aus dem Kehlkopf. Das macht erstens heiser und klingt nur in ganz wenigen Fällen sexy. Wenn man jedoch richtig atmet, werden auch die Töne stärker und kontrollierbarer. Stell dir deine Stimme als Saite auf einer Gitarre vor. Diese Saite bringst du mit Luft zum Schwingen. Je besser du diese Luft kontrollieren kannst und je mehr Luft du zur Verfügung hast desto stärker und länger ist der Ton, den du zustande bringen wirst.

Wenn du die Übung auf dem Rücken liegend gut beherrschst und die Luft wie von selbst nach dem Ausatmen in dich zurück strömt, dann versuch die Übung im Stehen. Atme erst so tief ein als müsstest du Gähnen. Die Luft muss in deinen Bauch und in deine Brust. Atme jetzt in dreier Stößen wieder aus. Achte bitte unbedingt darauf eine Pause einzulegen, bevor dir schwindelig wird. Versuchs jetzt mal mit einem ersten Ton. Halte ihn so lange wie du kannst, hör aber auf, sobald du merkst, dass du den Druck nicht mehr halten kannst und zu pressen beginnst. Atme direkt nachdem du den Ton gesungen hast wieder tief ein. Mach das so lange, bis die Luft nach jedem Ton fast wie von selbst wieder in deinen Bauch und deine Brust strömt. Wenn du das Gefühl hast, viel zu viel übers Singen nachzudenken um wirklich locker zu sein, dann laufe beim Singen ein wenig auf der Stelle oder tu so, als würdest du einem Freund auf der Straße nachwinken. Auf diese Weise abgelenkt, sind deine Gedanken nicht mehr die ganze Zeit mit Luft und Atmen beschäftigt und vielleicht fallen dir die Übungen so leichter.

Und, hat es geklappt? Schreibt mir von Euren Erfahrungen!

Noch ein kleiner Tipp: Wenn du einen Song singst, in dem ein besonders hoher Ton vorkommt, den du einfach nicht treffen kannst, probier mal, den Oberkörper zu beugen und den Song mit nach unten hängendem Kopf zu singen. Oft fühlt man den Resonanzraum nicht sofort. Das "Kopf-über-Singen" hilft dir dabei, diesen Raum zu spüren.

foto by pixelio.de</description>
			<content:encoded><![CDATA[
				<p><img src="http://www.respect.de/img/pool/416x/Spraygesangklein.jpg" align="left" style="margin: 0 10px 5px 0;" alt="" border="0" /></p><p>Du bist die Sängerin/der Sänger in deiner <span xml:lang="en" lang="en">Band</span>. Vielleicht war das immer schon dein Traum, vielleicht habt ihr in der <span xml:lang="en" lang="en">Band</span> aber auch gelost und du hast verloren. In beiden Fällen spielt das richtige Atmen eine große Rolle für die Qualität des Gesangs.<br />
&nbsp;<br />
Singen ist ein Ganzkörpersport und das richtige Atmen eine der wesentlichen Techniken, die ein guter Sänger/eine gute Sängerin draufhaben sollte. Lungen, Zwerchfell, Zunge, Lippen, Brustkorb – sie alle sind wichtig für die Tonbildung. Viele Sänger und Sängerinnen stärken ihre Bauchmuskeln mit <span xml:lang="en" lang="en">Sit-Ups</span> und ihre Lungen mit Ausdauertraining.<br />
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Wer beim Singen einen hochroten Kopf bekommt, der atmet hundertprozentig falsch. Ja, man kann falsch atmen! Aber wie macht man es richtig? <span xml:lang="en" lang="en">Babys</span> machen uns das jeden Tag vor. Ist doch wahnsinnig, was für eine Lautstärke sie aus ihren kleinen Körpern herausholen. Das liegt vor allem daran, dass <span xml:lang="en" lang="en">Babys</span> instinktiv richtig in Bauch und Brust atmen. Je älter wir werden, desto häufiger vergessen wir, auf diese richtige Art einzuatmen. Um es wieder zu lernen, leg dich zunächst auf den Rücken, strecke deine Arme nach oben und hol ganz tief Luft. Merkst du, wie viel Luft in deinen Körper passt? Jetzt blase die Luft in kurzen Stößen durch den Mund wieder aus, bis du wieder Luft holen musst. Die Impulse müssen dabei aus deinem Bauch kommen – am Besten aus deinem Zwerchfell. Die zweite Übung besteht darin, mit dem Schwung des Ausatmens direkt wieder einzuatmen. Ähnlich einem Blasebalg, mit dem man im Sommer sein Schlauchboot aufpumpt (sobald du deinen Fuß vom zusammengedrückten Blasebalg nimmst, füllt sich dieser wieder mit Luft). Versuche dabei nicht zu verkrampfen, sondern die Luft einfach machen zu lassen. Forme deine Lippen so als würdest du pfeifen wollen und drücke die Luft impulsiv aus dir raus. Beim Einatmen öffnest du deinen Mund etwas weiter. Und – klappt’s?<br />
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Was bringt diese Übung? Sie soll dir dabei helfen mehr Luft einzuatmen und diese später beim Singen besser kontrollieren zu können. Denn nur so lernst du, Töne stabiler zu halten und damit weniger schief zu singen. Viele ungeübte Sänger/Sängerinnen versuchen mangelnde Luftvorräte mit eisernem Willen zu kompensieren. Sie pressen die Töne aus dem Kehlkopf. Das macht erstens heiser und klingt nur in ganz wenigen Fällen sexy. Wenn man jedoch richtig atmet, werden auch die Töne stärker und kontrollierbarer. Stell dir deine Stimme als Saite auf einer Gitarre vor. Diese Saite bringst du mit Luft zum Schwingen. Je besser du diese Luft kontrollieren kannst und je mehr Luft du zur Verfügung hast desto stärker und länger ist der Ton, den du zustande bringen wirst.<br />
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Wenn du die Übung auf dem Rücken liegend gut beherrschst und die Luft wie von selbst nach dem Ausatmen in dich zurück strömt, dann versuch die Übung im Stehen. Atme erst so tief ein als müsstest du Gähnen. Die Luft muss in deinen Bauch und in deine Brust. Atme jetzt in dreier Stößen wieder aus. Achte bitte unbedingt darauf eine Pause einzulegen, bevor dir schwindelig wird. Versuchs jetzt mal mit einem ersten Ton. Halte ihn so lange wie du kannst, hör aber auf, sobald du merkst, dass du den Druck nicht mehr halten kannst und zu pressen beginnst. Atme direkt nachdem du den Ton gesungen hast wieder tief ein. Mach das so lange, bis die Luft nach jedem Ton fast wie von selbst wieder in deinen Bauch und deine Brust strömt. Wenn du das Gefühl hast, viel zu viel übers Singen nachzudenken um wirklich locker zu sein, dann laufe beim Singen ein wenig auf der Stelle oder tu so, als würdest du einem Freund auf der Straße nachwinken. Auf diese Weise abgelenkt, sind deine Gedanken nicht mehr die ganze Zeit mit Luft und Atmen beschäftigt und vielleicht fallen dir die Übungen so leichter.<br />
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Und, hat es geklappt? Schreibt mir von Euren Erfahrungen!<br />
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Noch ein kleiner Tipp: Wenn du einen Song singst, in dem ein besonders hoher Ton vorkommt, den du einfach nicht treffen kannst, probier mal, den Oberkörper zu beugen und den Song mit nach unten hängendem Kopf zu singen. Oft fühlt man den Resonanzraum nicht sofort. Das "Kopf-über-Singen" hilft dir dabei, diesen Raum zu spüren.<br />
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foto by pixelio.de</p>
			]]></content:encoded>			<link>http://www.respect.de/projektblog/eintrag.php?eid=149</link>			<author>Anika</author>						<comments>http://www.respect.de/projektblog/eintrag.php?eid=149</comments>			<guid>http://www.respect.de/projektblog/eintrag.php?eid=149</guid>			<pubDate>Fri, 27 Apr 2012 10:20:00 GMT</pubDate>																	</item>
				<item>
			<title>23.04.2012: Unbedingt lesen!</title>
			<description>Die meisten tun es im Bett. Am liebsten vor dem Einschlafen, so zum Vergnügen und zum Abschalten, das Licht bleibt dabei natürlich an. Manche machen es auch leidenschaftlich gerne in der Badewanne, am Strand, in der Bahn und sogar über den Wolken: Lesen – es macht Lust, beflügelt die Gedanken, lässt Bilder im Kopf entstehen, weckt die Neugierde, erzeugt eine Gänsehaut, eröffnet Horizonte…

Wer liest, geht auf eine Reise ohne sich dabei selbst bewegen zu müssen, sieht man mal vom Geist ab. Er ist frei! Und kann wählen zwischen Fiktion und Wirklichkeit, Abenteuer oder Krimi. Ob er zu den Sternen fliegt, irgendwo in der Zukunft, lieber zurück in die Vergangenheit will oder im Hier und Jetzt bleibt. Man taucht ab in andere Länder, Zeiten und sogar Leben, egal ob im Liegen, Stehen oder Sitzen, und entdeckt dabei buchstäblich ganz neue Seiten. Man lernt unterschiedliche Personen kennen, Menschen wie du und ich, aber zum Teil auch echt schräge Figuren. Man ist mittendrin, liebt, lacht und leidet mit ihnen, erlebt sie hautnah, liest ihre Gedanken und erfährt ihre intimsten Wünsche. In einem Buch steckt die ganze Welt und noch mehr. Wer liest, erlebt Kino im Kopf, ganz exklusiv als Privatvorstellung! 

Über Lesen lesen 
Beim Lesen werden viele Teile des Gehirns gleichzeitig aktiviert. Es grenzt an ein kleines Wunder, dass wir Lesen lernen können, sind sich Wissenschaftler einig. Und dass das Lesen ein Privileg des Menschen ist, davon ist man ausgegangen bis Forscher entdeckt haben, dass auch Paviane die Fähigkeit haben, zumindest einzelne Wörter zu unterscheiden. Und weil jeder Vierte in Deutschland niemals ein Buch liest – laut einer Studie haben auch 61% der Jungen und 30% der Mädchen mit 13 Jahren noch nie freiwillig ein Buch gelesen – lesen einige Paviane somit schon mehr als sie. Das war natürlich nur ein Scherz, denn Lesen heißt mehr als bloß Wörter erkennen oder ein reiner Austausch von Informationen zu sein. "Lesekompetenz bedeutet gefühlsmäßig an die Welt des Anderen andocken zu können, Verständnis und Toleranz zu üben, nicht abzuwerten, was anders ist", erklärt Katrin Müller-Walde, Bundesvorsitzende der Initiative "MENTOR – die Leselernhelfer e.V., in einem Interview.

&amp;quot;Bücher sind die stillsten und beständigsten Freunde&amp;quot;, hat ein kluger Kopf einmal gesagt, sie sind die zugänglichsten und weisesten Ratgeber und die geduldigsten Lehrer. Apropos Lehrer: Romane, die man gezwungenermaßen im Unterricht bis zum Erbrechen durchkauen muss, würde man freiwillig wohl eher nicht lesen. Aber deswegen zum Buch-Hasser mutieren? Und sich das Lesen für immer vermiesen lassen? Jedes Jahr kommen unzählige neue Bücher allein in Deutschland auf den Markt. Da wird wohl die ein oder andere Lektüre dabei sein, oder? Denn Lesen kann glücklich machen, trösten, weiterhelfen und vieles mehr. Vorausgesetzt, man hat das richtige Buch. "Kinder sollten nicht lesen, weil es vernünftig ist", hat die Schriftstellerin Astrid Lindgren gesagt, "sie sollen lesen, weil es Freude macht!" Gustav Flaubert, ein anderer Schriftsteller, sah das allerdings anders. Er forderte: "Lest nicht wie die Kinder, zum Vergnügen, noch wie die Streber, um zu lernen, nein, lest, um zu leben!" 

Achtung: Lesen gefährdet die Unwissenheit und kann süchtig machen! Denn es gibt Bücher aus echt gutem Lese-Stoff, der einen regelrecht wegbeamt – bam – dann will man immer mehr von dem Zeug. 

Info: Am 23. April ist der Welttag des Buches, den die UNESCO (Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation) ins Leben gerufen hat. Ziel ist es, für jedes Mitglied der Gesellschaft geeignete und zugängliche Programme zur Leseförderung zu entwickeln – unabhängig von seinen materiellen, kulturellen oder sozialen Voraussetzungen. 

Auch in diesem Jahr gibt es viele Aktionen und es werden kostenlos Bücher verteilt. Mehr Infos unter: Welttag des Buches

Text: Anja Schimanke
Foto: Renate Tröße/pixelio

Wissenswertes zum Thema Lesen

Analphabeten nennt man Menschen, die nicht lesen können. Weltweit gibt es etwa 796 Millionen Analphabeten, zwei Drittel davon sind Frauen. In Deutschland können zwei Millionen Menschen gar nicht, sieben Millionen nur sehr schlecht lesen.  

Der schnellste Leser kann bis 4000 Wörter pro Minute schaffen. 

Bis zu 300 Wörtern pro Minute schafft ein durchschnittlicher Leser, wenn der Text nicht kompliziert ist.

Rund 100 Wörter in der Minute lesen nicht geübte Leser. 

Lese-Zapping nennt man das Überfliegen von Texten. 

Fast die Hälfte der Jugendlichen liest regelmäßig! 

Mädchen lesen häufiger als die Jungen.

Fast die Hälfte der 14- bis 19-Jährigen hat als Kind nie ein Buch geschenkt bekommen!

6,83 Bücher hat durchschnittlich jeder Erwachsene in Deutschland – und 7,32 Fernbedienungen. 

Ein Buch muss mindestens 49 Seiten haben, sonst ist es kein Buch, hat die UNESCO festgelegt. 

Das meistgeklaute Buch in öffentlichen Bibliotheken soll das Guinness-Buch der Rekorde sein.  

Das kleinste Buch der Welt heißt auch so, denn es ist mini: 2,4 x 2,9 mm! Das Buch beinhaltet das Alphabet, welches sich nur mithilfe einer Lupe entziffern lässt. 

Das größte Buch ist 3,07 x 3,43 Meter groß (wie ein Partyzelt!) und ist ein Bildband von Mazda.

Das meistverkaufte Buch der Welt ist die Bibel mit ca. drei Milliarden Exemplaren. Und jedes Jahr gibt es eine Auflage von rund 20 Millionen. 

Die meistverkaufte Kinderbuchreihe der Welt ist Harry Potter! Es wurde über 502 Millionen Exemplare verkauft. 

Die älteste Bibliothek hat der Vatikan in Rom. 

Die staubigste Bücherei gibt es wohl in Kenia. Dort bringen Kamele die Bücher in die abgelegenen Dörfer und versorgen die Kinder mit Lese-Stoff. 

Das rätselhafteste Buch ist das Voynich Manuskript. Das handgeschriebene Buch ist in einer Sprache verfasst, die unbekannt ist und bis heute noch nicht entschlüsselt werden konnte. 

Die Blindenschrift wurde 1825 von Louis Braille erfunden, da war er 16 Jahre alt. Sie besteht aus maximal sechs Punkten. Buchstaben, Zahlen und Satzzeichen entsprechen einer Kombination dieser Punkte. 

Legasthenie bedeutet Leseschwäche. Rund vier Prozent der Schüler in Deutschland sind Legastheniker und haben Probleme Sprache in Schrift und Schrift in Sprache umzusetzen.</description>
			<content:encoded><![CDATA[
				<p>Die meisten tun es im Bett. Am liebsten vor dem Einschlafen, so zum Vergnügen und zum Abschalten, das Licht bleibt dabei natürlich an. Manche machen es auch leidenschaftlich gerne in der Badewanne, am Strand, in der Bahn und sogar über den Wolken: Lesen – es macht Lust, beflügelt die Gedanken, lässt Bilder im Kopf entstehen, weckt die Neugierde, erzeugt eine Gänsehaut, eröffnet Horizonte…</p><p><img src="http://www.respect.de/img/pool/416x/557438.jpg" align="left" style="margin: 0 10px 5px 0;" alt="Zwei Buchleser am Strand" border="0" /></p><p>Wer liest, geht auf eine Reise ohne sich dabei selbst bewegen zu müssen, sieht man mal vom Geist ab. Er ist frei! Und kann wählen zwischen Fiktion und Wirklichkeit, Abenteuer oder Krimi. Ob er zu den Sternen fliegt, irgendwo in der Zukunft, lieber zurück in die Vergangenheit will oder im Hier und Jetzt bleibt. Man taucht ab in andere Länder, Zeiten und sogar Leben, egal ob im Liegen, Stehen oder Sitzen, und entdeckt dabei buchstäblich ganz neue Seiten. Man lernt unterschiedliche Personen kennen, Menschen wie du und ich, aber zum Teil auch echt schräge Figuren. Man ist mittendrin, liebt, lacht und leidet mit ihnen, erlebt sie hautnah, liest ihre Gedanken und erfährt ihre intimsten Wünsche. In einem Buch steckt die ganze Welt und noch mehr. Wer liest, erlebt Kino im Kopf, ganz exklusiv als Privatvorstellung! </p>
<p><strong>Über Lesen lesen</strong><br />
Beim Lesen werden viele Teile des Gehirns gleichzeitig aktiviert. Es grenzt an ein kleines Wunder, dass wir Lesen lernen können, sind sich Wissenschaftler einig. Und dass das Lesen ein Privileg des Menschen ist, davon ist man ausgegangen bis Forscher entdeckt haben, dass auch Paviane die Fähigkeit haben, zumindest einzelne Wörter zu unterscheiden. Und weil jeder Vierte in Deutschland niemals ein Buch liest – laut einer Studie haben auch 61% der Jungen und 30% der Mädchen mit 13 Jahren noch nie freiwillig ein Buch gelesen – lesen einige Paviane somit schon mehr als sie. Das war natürlich nur ein Scherz, denn Lesen heißt mehr als bloß Wörter erkennen oder ein reiner Austausch von Informationen zu sein. "Lesekompetenz bedeutet gefühlsmäßig an die Welt des Anderen andocken zu können, Verständnis und Toleranz zu üben, nicht abzuwerten, was anders ist", erklärt Katrin Müller-Walde, Bundesvorsitzende der Initiative "MENTOR – die Leselernhelfer e.V., in einem <a href="https://www.deutsche-bildung.de/wissenplus/info-center/aus-der-praxis-interviews/news/lesekompetenz-mangelhaft.html">Interview</a>.</p>
<p><strong>&quot;Bücher sind die stillsten und beständigsten Freunde&quot;</strong>, hat ein kluger Kopf einmal gesagt, sie sind die zugänglichsten und weisesten Ratgeber und die geduldigsten Lehrer. Apropos Lehrer: Romane, die man gezwungenermaßen im Unterricht bis zum Erbrechen durchkauen muss, würde man freiwillig wohl eher nicht lesen. Aber deswegen zum Buch-Hasser mutieren? Und sich das Lesen für immer vermiesen lassen? Jedes Jahr kommen unzählige neue Bücher allein in Deutschland auf den Markt. Da wird wohl die ein oder andere Lektüre dabei sein, oder? Denn Lesen kann glücklich machen, trösten, weiterhelfen und vieles mehr. Vorausgesetzt, man hat das richtige Buch. "Kinder sollten nicht lesen, weil es vernünftig ist", hat die Schriftstellerin Astrid Lindgren gesagt, "sie sollen lesen, weil es Freude macht!" Gustav Flaubert, ein anderer Schriftsteller, sah das allerdings anders. Er forderte: "Lest nicht wie die Kinder, zum Vergnügen, noch wie die Streber, um zu lernen, nein, lest, um zu leben!" </p>
<p><strong>Achtung: Lesen gefährdet die Unwissenheit und kann süchtig machen!</strong> Denn es gibt Bücher aus echt gutem Lese-Stoff, der einen regelrecht wegbeamt – bam – dann will man immer mehr von dem Zeug. </p>
<p>Info: Am 23. April ist der Welttag des Buches, den die UNESCO (Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation) ins Leben gerufen hat. Ziel ist es, für jedes Mitglied der Gesellschaft geeignete und zugängliche Programme zur Leseförderung zu entwickeln – unabhängig von seinen materiellen, kulturellen oder sozialen Voraussetzungen. </p>
<p>Auch in diesem Jahr gibt es viele Aktionen und es werden kostenlos Bücher verteilt. Mehr Infos unter: <a href="http://www.welttag-des-buches.de/de/470017" title="Welttag des Buches">Welttag des Buches</a></p>
<p><em>Text: Anja Schimanke</em><br />
<em>Foto: Renate Tröße/pixelio</em></p>
<p><strong>Wissenswertes zum Thema Lesen</strong></p>
<p><strong>Analphabeten</strong> nennt man Menschen, die nicht lesen können. Weltweit gibt es etwa 796 Millionen Analphabeten, zwei Drittel davon sind Frauen. In Deutschland können zwei Millionen Menschen gar nicht, sieben Millionen nur sehr schlecht lesen.  </p>
<p><strong>Der schnellste Leser</strong> kann bis 4000 Wörter pro Minute schaffen. </p>
<p><strong>Bis zu 300 Wörtern pro Minute</strong> schafft ein durchschnittlicher Leser, wenn der Text nicht kompliziert ist.</p>
<p><strong>Rund 100 Wörter in der Minute</strong> lesen nicht geübte Leser. </p>
<p><strong>Lese-Zapping</strong> nennt man das Überfliegen von Texten. </p>
<p><strong>Fast die Hälfte der Jugendlichen</strong> liest regelmäßig! </p>
<p><strong>Mädchen</strong> lesen häufiger als die Jungen.</p>
<p><strong>Fast die Hälfte der 14- bis 19-Jährigen</strong> hat als Kind nie ein Buch geschenkt bekommen!</p>
<p><strong>6,83 Bücher hat durchschnittlich jeder Erwachsene</strong> in Deutschland – und 7,32 Fernbedienungen. </p>
<p><strong>Ein Buch muss mindestens 49 Seiten haben</strong>, sonst ist es kein Buch, hat die UNESCO festgelegt. </p>
<p><strong>Das meistgeklaute Buch</strong> in öffentlichen Bibliotheken soll das Guinness-Buch der Rekorde sein.  </p>
<p><strong>Das kleinste Buch der Welt</strong> heißt auch so, denn es ist mini: 2,4 x 2,9 mm! Das Buch beinhaltet das Alphabet, welches sich nur mithilfe einer Lupe entziffern lässt. </p>
<p><strong>Das größte Buch</strong> ist 3,07 x 3,43 Meter groß (wie ein Partyzelt!) und ist ein Bildband von Mazda.</p>
<p><strong>Das meistverkaufte Buch der Welt</strong> ist die Bibel mit ca. drei Milliarden Exemplaren. Und jedes Jahr gibt es eine Auflage von rund 20 Millionen. </p>
<p><strong>Die meistverkaufte Kinderbuchreihe der Welt</strong> ist Harry Potter! Es wurde über 502 Millionen Exemplare verkauft. </p>
<p><strong>Die älteste Bibliothek</strong> hat der Vatikan in Rom. </p>
<p><strong>Die staubigste Bücherei</strong> gibt es wohl in Kenia. Dort bringen Kamele die Bücher in die abgelegenen Dörfer und versorgen die Kinder mit Lese-Stoff. </p>
<p><strong>Das rätselhafteste Buch</strong> ist das Voynich Manuskript. Das handgeschriebene Buch ist in einer Sprache verfasst, die unbekannt ist und bis heute noch nicht entschlüsselt werden konnte. </p>
<p><strong>Die Blindenschrift</strong> wurde 1825 von Louis Braille erfunden, da war er 16 Jahre alt. Sie besteht aus maximal sechs Punkten. Buchstaben, Zahlen und Satzzeichen entsprechen einer Kombination dieser Punkte. </p>
<p><strong>Legasthenie</strong> bedeutet Leseschwäche. Rund vier Prozent der Schüler in Deutschland sind Legastheniker und haben Probleme Sprache in Schrift und Schrift in Sprache umzusetzen.</p>
			]]></content:encoded>			<link>http://www.respect.de/projektblog/eintrag.php?eid=672</link>			<author>gast</author>						<comments>http://www.respect.de/projektblog/eintrag.php?eid=672</comments>			<guid>http://www.respect.de/projektblog/eintrag.php?eid=672</guid>			<pubDate>Mon, 23 Apr 2012 08:00:00 GMT</pubDate>																	</item>
				<item>
			<title>22.04.2012: Surftipps am Sonntag</title>
			<description>

AUSLANDSEINSATZ: 
...eine Idee für das Leben nach der Schule. Einige von euch absolvieren grade das erste wichtige Kapitel im Lebenslauf - den Schulabschluss. Alle, die jetzt erstmal was von der Welt sehen, und sich gleichzeitig für eine gute Sache einsetzen wollen, denen empfehle ich mal einen Blick auf die Seite von "Engagement Global".

ALARM IM DORF:
Was passiert, wenn man in einem kleinen flämischen Dörfchen einen dicken roten Buzzer aufstellt und ein Schild mit dem Wörtchen DRAMA darüber hängt, könnt ihr hier erfahren. 
 
SCHÖNHEITSIDEALE: 
Die Designerin Meike Harde zeigt, dass das was laut Modeindustrie schön ist, sehr hässlich sein kann. 

SLOWMOTION: 
Hier entlang geht’s zu einem Video, in dem über sechs Minuten lang Dinge zerstört werden. Diese Zerstörung wird allerdings in Slowmotion präsentiert und das macht sehr viel Spaß beim Zuschauen.

foto by casiocan/pixelio</description>
			<content:encoded><![CDATA[
				<p><img src="http://www.respect.de/img/pool/416x/slowmotion.jpg" align="left" style="margin: 0 10px 5px 0;" alt="" border="0" /></p><p><strong><a href="http://www.youtube.com/watch?v=xi4lEIbHdI8">AUSLANDSEINSATZ:</a></strong><br />
...eine Idee für das Leben nach der Schule. Einige von euch absolvieren grade das erste wichtige Kapitel im Lebenslauf - den Schulabschluss. Alle, die jetzt erstmal was von der Welt sehen, und sich gleichzeitig für eine gute Sache einsetzen wollen, denen empfehle ich mal einen Blick auf die Seite von <a href="http://www.engagement-global.de/schulabsolventen.html." xml:lang="en" lang="en">"Engagement Global"</a>.</p>
<p><strong><a href="http://www.youtube.com/watch?v=ooildsDXJug">ALARM IM DORF:</a></strong><br />
Was passiert, wenn man in einem kleinen flämischen Dörfchen einen dicken roten Buzzer aufstellt und ein Schild mit dem Wörtchen DRAMA darüber hängt, könnt ihr <a href="http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&amp;v=316AzLYfAzw">hier</a> erfahren.<br />
<strong><a href="http://www.youtube.com/watch?v=YjUaWiy_QXc">SCHÖNHEITSIDEALE:</a></strong><br />
Die Designerin <a href="http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/544702/In-eine-Fratze-verwandelt">Meike Harde</a> zeigt, dass das was laut Modeindustrie schön ist, sehr hässlich sein kann. </p>
<p><strong><a href="http://www.youtube.com/watch?v=KvzemQPAIIo" xml:lang="en" lang="en">SLOWMOTION:</a></strong><br />
<a href="http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&amp;v=lUZ-e2SkeMI">Hier entlang</a> geht’s zu einem Video, in dem über sechs Minuten lang Dinge zerstört werden. Diese Zerstörung wird allerdings in <span xml:lang="en" lang="en">Slowmotion</span> präsentiert und das macht sehr viel Spaß beim Zuschauen.</p>
<p>foto by <a href="http://www.pixelio.de/media/143906">casiocan/pixelio</a></p>
			]]></content:encoded>			<link>http://www.respect.de/projektblog/eintrag.php?eid=671</link>			<author>Anika</author>						<comments>http://www.respect.de/projektblog/eintrag.php?eid=671</comments>			<guid>http://www.respect.de/projektblog/eintrag.php?eid=671</guid>			<pubDate>Sun, 22 Apr 2012 10:00:00 GMT</pubDate>																	</item>
				<item>
			<title>19.04.2012: Marina and The Diamonds - Doch keine Kunstfigur</title>
			<description>Das Spiel mit der affektierten Identität als Marina and The Diamonds ist für Sängerin Marina Diamandis fast zur Normalität geworden. Die Tochter eines Griechen und einer Waliserin sieht sich selbst natürlich nicht als Kunstfigur, spielt aber gerne mit den Klischees, Erwartungen und Wünschen der Fans. Ohne dass sie sich den Anspruch wegnehmen lässt, dazwischen auch die eine oder andere kritische Botschaft zu platzieren, wie sie beim Interview in Berlin erzählt.

Was beunruhigt dich momentan mehr, die ökonomische Krise in Griechenland oder das amerikanische Durcheinander, welches du auch in "Hollywood" besingst?
(Lacht) Oh! Wahrscheinlich doch eher Griechenland. Es geht dabei ja auch um meine Familie und meine Generation, die hohe Arbeitslosigkeit und all das. Als 19-jähriger Junge mit einem Schulabschluss hast du momentan in Griechenland keine wirklich guten Zukunftsaussichten, wenn du nicht gerade aus einer reichen Familie kommst. Viele fragen sich da, ob sie nicht lieber in einem anderen Land nach Arbeit suchen sollten. Das ist ziemlich hart, momentan.
Bezugnehmend auf deinen Song "Hollywood": Sind die Leute in Großbritannien weniger durcheinander als die Amerikaner?
Oh, das weiß ich nicht. Großbritannien ist aus einer bestimmten Perspektive heraus natürlich genauso ein Durcheinander.
Aber wo liegt der Unterschied zwischen den beiden Ländern?
Ich habe den Song vor vier Jahren geschrieben, mit 21, und es war ein sozialkritischer Kommentar über die Situation in Amerika von damals, die sich deutlich von der heutigen unterscheidet. Und es war auch rein auf die Popkultur gemünzt, es ging nicht um Politik oder Ökonomie. Damals fing das an mit der Masse an Reality-Fernsehsendungen, in denen plötzlich jeder berühmt sein wollte. Darum ging es eigentlich.

Ist es bloßer Zufall, dass gerade so viele selbstbewusste Sängerinnen aus Großbritannien international durchstarten?
Weiß ich nicht, aber ich glaube, sie haben gerade einen guten Lauf, und ich bin natürlich sehr stolz darauf. Adele ist sehr gut angekommen, vielleicht hat es ja tatsächlich etwas mit dem Akzent zu tun, und die Leute finden das aus irgendeinem Grund charmant (lacht).

Fühlst du dich denn als Teil dieses Hypes?
Nicht wirklich, nein. Ich wünschte, es wäre so, denn das würde mir sehr helfen. Aber es betrifft mich nicht, im Moment. Vielleicht auch, weil ich zur Hälfte Griechin bin, obwohl mich die Leute als Künstlerin natürlich Großbritannien zuordnen. Aber wer weiß schon genau, was sie wirklich denken.

Ist es denn wichtig für dich, als britische Künstlerin wahrgenommen zu werden?
Es ist genauso wichtig oder relevant, wie als griechische Künstlerin wahrgenommen zu werden.

Glaubst du eigentlich, dass es eine ungewöhnliche Vermischung von Nationalitäten ist, halb griechischen und halb walisischen Ursprungs zu sein?
(Überlegt) So ungewöhnlich nun auch wieder nicht. (lacht) Ich kenne immerhin drei weitere Leute, die griechische und walisische Elternteile haben! Bevor ich mit sechzehn Jahren nach Griechenland gezogen bin und dort die Schule besucht habe, schien es eine seltene Kombination. Aber dort waren dann ganz viele andere Kinder mit Eltern aus verschiedenen Ländern, und von da ab hat sich das relativiert.

Bist du denn eher Griechin oder eher Waliserin, oder ist beides gleich stark in deiner Person vertreten?
In meinem alltäglichen Leben bin ich wahrscheinlich etwas mehr walisisch, aber natürlich ist meine griechische Seite auch immer präsent. Es ist recht ausgewogen, würde ich sagen.

Sprichst du denn beide Sprachen?
Ich kann kein Walisisch, nein. Aber mein Griechisch ist ganz gut. Nicht brillant, aber es reicht. Die Leute hören natürlich trotzdem raus, dass ich keine waschechte Griechin bin, ein gewisser Akzent ist unvermeidbar. 

Dein neues Album "Electra Heart" ist nach eigener Aussage ein sehr offenherziges Album. Kannst du das erklären?
Der Titel repräsentiert die Theorie einer weiblichen Seite in der Kunst. Aber auch, als Kontrast sozusagen, eine Liebesgeschichte über Zurückweisung, und wie es deine Identität verändert, wenn du mit jemandem Schluss machst, den du liebst.

Wie viel Offenherzigkeit sollte ein Popstar denn in der Öffentlichkeit zeigen, und wo fängt die Grenze zum Privatleben an?
Eine schwierige Frage. Es sind ja die Geister, die man gerufen hat, sozusagen. Wenn man jedoch nicht in der öffentlichen Wahrnehmung stehen, aber trotzdem eine Sängerin sein möchte, gibt es immer Möglichkeiten, diese Bereiche zu trennen, glaube ich. Sich eine Heimat mitten im Nirgendwo suchen zum Beispiel (lacht)! Nicht in die ganzen angesagten Restaurants gehen und es versuchen zu vermeiden, eine Art von Leben zu führen, die den Boulevardmedien in die Hände spielt. Aber manchmal hat man auch keine Wahl, dann wird man ungefragt zum Interessenmittelpunkt für die Leute, da muss man dann eben durch. Ich bin mir da aber gar nicht so sicher, denn obwohl ich natürlich nicht ganz unbekannt bin, bin ich weit davon entfernt, eine Berühmtheit zu sein. Ich bin also vielleicht auch die falsche Person für diese Frage.

Schaffst du es denn, die Bereiche "Öffentlichkeit" und "Privat" nach eigenem Ermessen zu trennen?
Ich brauche wirklich nicht jeden Tag meine Portion Aufmerksamkeit von den Medien, aber ich mag es auf der anderen Seite natürlich schon, wenn ich in der Öffentlichkeit erkannt werde. Wichtig ist mir aber vor allem die Aufmerksamkeit, die ich bekomme, wenn ich auftrete. Ansonsten versuche ich, ein ganz normales Leben zu führen, so wie das eben geht. Und ich glaube, da habe ich eine ganz gute Balance gefunden. Ich würde es hassen, wenn man mir jeden Tag auf die Finger gucken würde (lacht)! 

Du hast mal gesagt, dass das neue Album sich auch mit griechischer Mythologie beschäftigt. Was hat dein Interesse für dieses Thema geweckt?
Naja, es geht nicht explizit um griechische Mythologie, aber in der Zeit zwischen dem ersten und dem zweiten Album habe ich mich sehr für die klassischen griechischen Tragödien interessiert. Wie Tragödien und Dramen funktionieren und gruselige oder traurige Geschichten hervorrufen und wie diese einen emotional berühren. Aber letztendlich hat sich das gar nicht so stark auf das Album ausgewirkt wie anfangs gedacht.

Deine Plattenfirma nennt die Namen deiner Produzenten, die vorher beispielsweise mit Madonna oder Katy Perry gearbeitet haben. Ist dieses "Namedropping" heutzutage unverzichtbar, um der Platte zur gewünschten Aufmerksamkeit zu verhelfen?
Ich halte das ehrlich gesagt für Schwachsinn. Man kann sich schließlich jeden beliebigen Produzenten aussuchen, solange er gut in dem ist, was er tut. Für mich ist das nicht relevant, aber anscheinend für die Plattenfirma. Ich glaube auch nicht, dass es die eigenen Songs notwendigerweise raffinierter macht, wenn ein berühmter Produzent daran mitgearbeitet hat.

Aber die Arbeit mit Leuten wie Dr. Luke, Liam Howe, Greg Kurstin oder Rick Nowels war trotzdem angenehm, oder etwa nicht?
Ja, klar, ich bin ja auch sehr glücklich darüber, mit diesen Leuten arbeiten zu dürfen. Ich wollte anfänglich natürlich alles selbst in der Hand halten und kontrollieren, aber die Produzenten haben quasi eine übergeordnete Funktion erfüllt und mir aus einer gewissen Distanz heraus geholfen. Und das war dann tatsächlich sehr erfüllend.

Ist es ein täglicher Kampf, eine kluge und nachdenkliche Person und gleichzeitig ein Popstar zu sein?
Ich mag diese Frage, ja, es ist ein täglicher Kampf (lacht laut)! Nein, ehrlich gesagt ist es das natürlich nicht wirklich. Zumindest wirkt es für mich mittlerweile recht natürlich. Aber es hat ja auch damit zu tun, was für eine Identität du als Künstler hast, wie viel von dir tatsächlich darin steckt. Ich genieße meine Identität als Musikerin sehr und wäre, glaube ich, ziemlich unglücklich, wenn meine Songs keine Inhalte transportieren könnten und in Wahrheit nur Blödsinn dahinter stecken würde.

Du musst dich also nicht immer wieder selbst motivieren?
Es gibt viele Sachen die mich nerven, klar. Aber das ist doch bei jeder anderen Arbeit auch so, dass nicht alles perfekt ist und du dich über bestimmte Umstände aufregst.

Nimmt die allgemeine Qualität der Popmusik momentan zu oder eher ab?
Die Qualität nimmt definitiv zu, der Anspruch ist größer geworden. Der Erfolg von Adele hat beispielsweise viele Türen geöffnet, für Künstler wie Lana Del Rey. Ihre Musik ist sehr organisch und zurückhaltend, das ist toll. Schließlich kann nicht jeder Song im Radio ein Club-Hit sein, es ist schön, eine gewisse Vielfältigkeit zu haben. 

Was ist der angenehmste Vorzug im Leben eines Popstars?
Die Möglichkeit zu haben, Leute emotional zu berühren. Aber natürlich auch die Tatsache, dass man Kleidungsstücke geschenkt bekommt (lacht)! Dass Leute sich während einer Tour um nebensächliche Sachen für dich kümmern, im schlimmsten Fall soweit, dass du deine ganze Verantwortung theoretisch abgeben könntest und dich nicht mehr wie ein Erwachsener benehmen musst (lacht).

Provozierst du diese Situation denn, sodass Leute für dich die Verantwortung übernehmen?
Nein, aber es gibt eben unheimlich viel zu tun, auf einer Tour, vor und nach dem Auftritt. Die Reisen müssen organisiert werden, Hotels müssen gebucht werden, jeden Tag sind neue Terminpläne abzuarbeiten. Das würde ich organisatorisch gar nicht alles alleine schaffen. Von daher ist es gut, dass andere Leute sich drum kümmern. Und ich genieße diesen Luxus durchaus, auf eine gewisse Weise. 

Du wirst im Juni vor Coldplay in London auftreten. Ist das ein Ereignis, auf dass du dich persönlich freust, oder ist es in erster Linie gut für deine Karriere?
Nein, ich freue mich schon aus persönlichen Gründen darüber. Denn es ist ein Auftritt in einem Stadion, ein riesiges Ding, da passen 80 bis 100.000 Menschen rein. Und ich glaube, dass es nicht viele Künstler gibt, die diese Bühnenerfahrung in ihrer Karriere machen können. Besonders für jemanden wie mich, weil ich ja eher aus einem Do-It-Yourself-Umfeld stamme. Und natürlich ist es auch gut für meine Karriere, aber ich bin mir gar nicht so sicher, ob Support-Acts tatsächlich so viele Fans von der Hauptband auf ihre Seite ziehen können. Für mich ist es eine Herausforderung als Künstler, ein derart großes Publikum gut zu unterhalten. 

Fühlst du dich durch die Erfahrungen, die du als Musikerin bisher hast machen können, ausreichend vorbereitet für das, was vielleicht noch kommen mag?
Definitiv. Ich war schon immer sehr ehrgeizig und bin auch einige Male deswegen enttäuscht worden. Oder besser gesagt, ich war nicht glücklich damit, wie sich Sachen entwickelt haben. Aber an dem Punkt, an dem ich momentan angelangt bin, kann ich wohl rückblickend sagen, dass es gut war, dass ich all diese Höhen und Tiefen durchgemacht habe und nach wie vor die Motivation besitze, noch mehr erreichen zu wollen. Und nebenbei habe ich viele Länder bereist, tolle Dinge gesehen und überall viel von höchst unterschiedlichen Songwritern gelernt. Deswegen bin ich, glaube ich, ganz gut vorbereitet.

Ist es für dich eine Beleidigung, wenn jemand die Künstlerin "Marina and The Diamonds" als Kunstfigur bezeichnet?
(Überlegt) Nein, das finde ich toll. Denn das würde ja heißen, dass ich diese Person erfolgreich hinters Licht geführt habe (lacht)! Aber das hat noch nie jemand gemacht, leider. Wäre schön, wenn jemand dieses Gerücht mal in die Welt setzen würde!

Marina and the Diamonds - &amp;quot;Electra Heart&amp;quot; erscheint am 11. Mai 2012.

Interview: Klaas Tigchelaar
Fotos: Warner Music</description>
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				<p>Das Spiel mit der affektierten Identität als Marina and The Diamonds ist für Sängerin Marina Diamandis fast zur Normalität geworden. Die Tochter eines Griechen und einer Waliserin sieht sich selbst natürlich nicht als Kunstfigur, spielt aber gerne mit den Klischees, Erwartungen und Wünschen der Fans. Ohne dass sie sich den Anspruch wegnehmen lässt, dazwischen auch die eine oder andere kritische Botschaft zu platzieren, wie sie beim Interview in Berlin erzählt.</p><p><img src="http://www.respect.de/img/pool/416x/MarinaAndTheDiamonds01byWarnerMusic.jpg" align="left" style="margin: 0 10px 5px 0;" alt="Marina Diamandis von Marina and The Diamonds" border="0" /></p><p><strong>Was beunruhigt dich momentan mehr, die ökonomische Krise in Griechenland oder das amerikanische Durcheinander, welches du auch in "Hollywood" besingst?</strong><br />
(Lacht) Oh! Wahrscheinlich doch eher Griechenland. Es geht dabei ja auch um meine Familie und meine Generation, die hohe Arbeitslosigkeit und all das. Als 19-jähriger Junge mit einem Schulabschluss hast du momentan in Griechenland keine wirklich guten Zukunftsaussichten, wenn du nicht gerade aus einer reichen Familie kommst. Viele fragen sich da, ob sie nicht lieber in einem anderen Land nach Arbeit suchen sollten. Das ist ziemlich hart, momentan.<br />
<strong>Bezugnehmend auf deinen Song "Hollywood": Sind die Leute in Großbritannien weniger durcheinander als die Amerikaner?</strong><br />
Oh, das weiß ich nicht. Großbritannien ist aus einer bestimmten Perspektive heraus natürlich genauso ein Durcheinander.<br />
<strong>Aber wo liegt der Unterschied zwischen den beiden Ländern?</strong><br />
Ich habe den Song vor vier Jahren geschrieben, mit 21, und es war ein sozialkritischer Kommentar über die Situation in Amerika von damals, die sich deutlich von der heutigen unterscheidet. Und es war auch rein auf die Popkultur gemünzt, es ging nicht um Politik oder Ökonomie. Damals fing das an mit der Masse an Reality-Fernsehsendungen, in denen plötzlich jeder berühmt sein wollte. Darum ging es eigentlich.</p>
<p><strong>Ist es bloßer Zufall, dass gerade so viele selbstbewusste Sängerinnen aus Großbritannien international durchstarten?</strong><br />
Weiß ich nicht, aber ich glaube, sie haben gerade einen guten Lauf, und ich bin natürlich sehr stolz darauf. Adele ist sehr gut angekommen, vielleicht hat es ja tatsächlich etwas mit dem Akzent zu tun, und die Leute finden das aus irgendeinem Grund charmant (lacht).</p>
<p><strong>Fühlst du dich denn als Teil dieses Hypes?</strong><br />
Nicht wirklich, nein. Ich wünschte, es wäre so, denn das würde mir sehr helfen. Aber es betrifft mich nicht, im Moment. Vielleicht auch, weil ich zur Hälfte Griechin bin, obwohl mich die Leute als Künstlerin natürlich Großbritannien zuordnen. Aber wer weiß schon genau, was sie wirklich denken.</p>
<p><strong>Ist es denn wichtig für dich, als britische Künstlerin wahrgenommen zu werden?</strong><br />
Es ist genauso wichtig oder relevant, wie als griechische Künstlerin wahrgenommen zu werden.</p>
<p><strong>Glaubst du eigentlich, dass es eine ungewöhnliche Vermischung von Nationalitäten ist, halb griechischen und halb walisischen Ursprungs zu sein?</strong><br />
(Überlegt) So ungewöhnlich nun auch wieder nicht. (lacht) Ich kenne immerhin drei weitere Leute, die griechische und walisische Elternteile haben! Bevor ich mit sechzehn Jahren nach Griechenland gezogen bin und dort die Schule besucht habe, schien es eine seltene Kombination. Aber dort waren dann ganz viele andere Kinder mit Eltern aus verschiedenen Ländern, und von da ab hat sich das relativiert.</p>
<p><strong>Bist du denn eher Griechin oder eher Waliserin, oder ist beides gleich stark in deiner Person vertreten?</strong><br />
In meinem alltäglichen Leben bin ich wahrscheinlich etwas mehr walisisch, aber natürlich ist meine griechische Seite auch immer präsent. Es ist recht ausgewogen, würde ich sagen.</p>
<p><strong>Sprichst du denn beide Sprachen?</strong><br />
Ich kann kein Walisisch, nein. Aber mein Griechisch ist ganz gut. Nicht brillant, aber es reicht. Die Leute hören natürlich trotzdem raus, dass ich keine waschechte Griechin bin, ein gewisser Akzent ist unvermeidbar. </p>
<p><strong>Dein neues Album "Electra Heart" ist nach eigener Aussage ein sehr offenherziges Album. Kannst du das erklären?</strong><br />
Der Titel repräsentiert die Theorie einer weiblichen Seite in der Kunst. Aber auch, als Kontrast sozusagen, eine Liebesgeschichte über Zurückweisung, und wie es deine Identität verändert, wenn du mit jemandem Schluss machst, den du liebst.</p>
<p><strong>Wie viel Offenherzigkeit sollte ein Popstar denn in der Öffentlichkeit zeigen, und wo fängt die Grenze zum Privatleben an?</strong><br />
Eine schwierige Frage. Es sind ja die Geister, die man gerufen hat, sozusagen. Wenn man jedoch nicht in der öffentlichen Wahrnehmung stehen, aber trotzdem eine Sängerin sein möchte, gibt es immer Möglichkeiten, diese Bereiche zu trennen, glaube ich. Sich eine Heimat mitten im Nirgendwo suchen zum Beispiel (lacht)! Nicht in die ganzen angesagten Restaurants gehen und es versuchen zu vermeiden, eine Art von Leben zu führen, die den Boulevardmedien in die Hände spielt. Aber manchmal hat man auch keine Wahl, dann wird man ungefragt zum Interessenmittelpunkt für die Leute, da muss man dann eben durch. Ich bin mir da aber gar nicht so sicher, denn obwohl ich natürlich nicht ganz unbekannt bin, bin ich weit davon entfernt, eine Berühmtheit zu sein. Ich bin also vielleicht auch die falsche Person für diese Frage.</p>
<p><strong>Schaffst du es denn, die Bereiche "Öffentlichkeit" und "Privat" nach eigenem Ermessen zu trennen?</strong><br />
Ich brauche wirklich nicht jeden Tag meine Portion Aufmerksamkeit von den Medien, aber ich mag es auf der anderen Seite natürlich schon, wenn ich in der Öffentlichkeit erkannt werde. Wichtig ist mir aber vor allem die Aufmerksamkeit, die ich bekomme, wenn ich auftrete. Ansonsten versuche ich, ein ganz normales Leben zu führen, so wie das eben geht. Und ich glaube, da habe ich eine ganz gute Balance gefunden. Ich würde es hassen, wenn man mir jeden Tag auf die Finger gucken würde (lacht)! </p>
<p><strong>Du hast mal gesagt, dass das neue Album sich auch mit griechischer Mythologie beschäftigt. Was hat dein Interesse für dieses Thema geweckt?</strong><br />
Naja, es geht nicht explizit um griechische Mythologie, aber in der Zeit zwischen dem ersten und dem zweiten Album habe ich mich sehr für die klassischen griechischen Tragödien interessiert. Wie Tragödien und Dramen funktionieren und gruselige oder traurige Geschichten hervorrufen und wie diese einen emotional berühren. Aber letztendlich hat sich das gar nicht so stark auf das Album ausgewirkt wie anfangs gedacht.</p>
<p><strong>Deine Plattenfirma nennt die Namen deiner Produzenten, die vorher beispielsweise mit Madonna oder Katy Perry gearbeitet haben. Ist dieses "Namedropping" heutzutage unverzichtbar, um der Platte zur gewünschten Aufmerksamkeit zu verhelfen?</strong><br />
Ich halte das ehrlich gesagt für Schwachsinn. Man kann sich schließlich jeden beliebigen Produzenten aussuchen, solange er gut in dem ist, was er tut. Für mich ist das nicht relevant, aber anscheinend für die Plattenfirma. Ich glaube auch nicht, dass es die eigenen Songs notwendigerweise raffinierter macht, wenn ein berühmter Produzent daran mitgearbeitet hat.</p>
<p><strong>Aber die Arbeit mit Leuten wie Dr. Luke, Liam Howe, Greg Kurstin oder Rick Nowels war trotzdem angenehm, oder etwa nicht?</strong><br />
Ja, klar, ich bin ja auch sehr glücklich darüber, mit diesen Leuten arbeiten zu dürfen. Ich wollte anfänglich natürlich alles selbst in der Hand halten und kontrollieren, aber die Produzenten haben quasi eine übergeordnete Funktion erfüllt und mir aus einer gewissen Distanz heraus geholfen. Und das war dann tatsächlich sehr erfüllend.</p>
<p><strong>Ist es ein täglicher Kampf, eine kluge und nachdenkliche Person und gleichzeitig ein Popstar zu sein?</strong><br />
Ich mag diese Frage, ja, es ist ein täglicher Kampf (lacht laut)! Nein, ehrlich gesagt ist es das natürlich nicht wirklich. Zumindest wirkt es für mich mittlerweile recht natürlich. Aber es hat ja auch damit zu tun, was für eine Identität du als Künstler hast, wie viel von dir tatsächlich darin steckt. Ich genieße meine Identität als Musikerin sehr und wäre, glaube ich, ziemlich unglücklich, wenn meine Songs keine Inhalte transportieren könnten und in Wahrheit nur Blödsinn dahinter stecken würde.</p>
<p><strong>Du musst dich also nicht immer wieder selbst motivieren?</strong><br />
Es gibt viele Sachen die mich nerven, klar. Aber das ist doch bei jeder anderen Arbeit auch so, dass nicht alles perfekt ist und du dich über bestimmte Umstände aufregst.</p>
<p><strong>Nimmt die allgemeine Qualität der Popmusik momentan zu oder eher ab?</strong><br />
Die Qualität nimmt definitiv zu, der Anspruch ist größer geworden. Der Erfolg von Adele hat beispielsweise viele Türen geöffnet, für Künstler wie Lana Del Rey. Ihre Musik ist sehr organisch und zurückhaltend, das ist toll. Schließlich kann nicht jeder Song im Radio ein Club-Hit sein, es ist schön, eine gewisse Vielfältigkeit zu haben. </p>
<p><strong>Was ist der angenehmste Vorzug im Leben eines Popstars?</strong><br />
Die Möglichkeit zu haben, Leute emotional zu berühren. Aber natürlich auch die Tatsache, dass man Kleidungsstücke geschenkt bekommt (lacht)! Dass Leute sich während einer Tour um nebensächliche Sachen für dich kümmern, im schlimmsten Fall soweit, dass du deine ganze Verantwortung theoretisch abgeben könntest und dich nicht mehr wie ein Erwachsener benehmen musst (lacht).</p>
<p><strong>Provozierst du diese Situation denn, sodass Leute für dich die Verantwortung übernehmen?</strong><br />
Nein, aber es gibt eben unheimlich viel zu tun, auf einer Tour, vor und nach dem Auftritt. Die Reisen müssen organisiert werden, Hotels müssen gebucht werden, jeden Tag sind neue Terminpläne abzuarbeiten. Das würde ich organisatorisch gar nicht alles alleine schaffen. Von daher ist es gut, dass andere Leute sich drum kümmern. Und ich genieße diesen Luxus durchaus, auf eine gewisse Weise. </p>
<p><strong>Du wirst im Juni vor Coldplay in London auftreten. Ist das ein Ereignis, auf dass du dich persönlich freust, oder ist es in erster Linie gut für deine Karriere?</strong><br />
Nein, ich freue mich schon aus persönlichen Gründen darüber. Denn es ist ein Auftritt in einem Stadion, ein riesiges Ding, da passen 80 bis 100.000 Menschen rein. Und ich glaube, dass es nicht viele Künstler gibt, die diese Bühnenerfahrung in ihrer Karriere machen können. Besonders für jemanden wie mich, weil ich ja eher aus einem Do-It-Yourself-Umfeld stamme. Und natürlich ist es auch gut für meine Karriere, aber ich bin mir gar nicht so sicher, ob Support-Acts tatsächlich so viele Fans von der Hauptband auf ihre Seite ziehen können. Für mich ist es eine Herausforderung als Künstler, ein derart großes Publikum gut zu unterhalten. </p>
<p><strong>Fühlst du dich durch die Erfahrungen, die du als Musikerin bisher hast machen können, ausreichend vorbereitet für das, was vielleicht noch kommen mag?</strong><br />
Definitiv. Ich war schon immer sehr ehrgeizig und bin auch einige Male deswegen enttäuscht worden. Oder besser gesagt, ich war nicht glücklich damit, wie sich Sachen entwickelt haben. Aber an dem Punkt, an dem ich momentan angelangt bin, kann ich wohl rückblickend sagen, dass es gut war, dass ich all diese Höhen und Tiefen durchgemacht habe und nach wie vor die Motivation besitze, noch mehr erreichen zu wollen. Und nebenbei habe ich viele Länder bereist, tolle Dinge gesehen und überall viel von höchst unterschiedlichen Songwritern gelernt. Deswegen bin ich, glaube ich, ganz gut vorbereitet.</p>
<p><strong>Ist es für dich eine Beleidigung, wenn jemand die Künstlerin "Marina and The Diamonds" als Kunstfigur bezeichnet?</strong><br />
(Überlegt) Nein, das finde ich toll. Denn das würde ja heißen, dass ich diese Person erfolgreich hinters Licht geführt habe (lacht)! Aber das hat noch nie jemand gemacht, leider. Wäre schön, wenn jemand dieses Gerücht mal in die Welt setzen würde!</p>
<p><strong>Marina and the Diamonds - &quot;Electra Heart&quot; erscheint am 11. Mai 2012.</strong></p>
<p><em>Interview: Klaas Tigchelaar<br />
Fotos: Warner Music</em></p>
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